Wie geht es weiter am Tönnies-Schlachthof in Rheda-Wiedenbrück?

Wie geht es weiter am Tönnies-Schlachthof in Rheda-Wiedenbrück?

  • Begehungen im Tönnies-Werk über mehrere Tage
  • Donnerstag erste Ergebnisse
  • Tönnies will Verwaltungstrakt wieder in Betrieb nehmen

Wann und wie kann der Schlachtbetrieb bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück wieder aufgenommen werden? Um diese Frage zu klären haben die Beauftragten für Arbeitsschutz der Bezirksregierung Detmold am Dienstag (07.07.2020) eine erste Begehung des Werks vorgenommen. Dabei waren auch Hygiene-Experten der Universitäten Aachen und Bonn.

Erste Ergebnisse am Donnerstag erwartet

In den nächsten Tagen sollen weitere Begehungen folgen. Bezirksregierung und Kreis wollen für jeden einzelnen Bereich der Fleischfabrik festhalten, was Tönnies optimieren muss, bevor der Betrieb wieder anlaufen kann. Dafür haben sie verschiedene Arbeitsgemeinschaften gegründet.

Der Tönnies-Schlachthof Rheda-Wiedenbrück von oben

Dabei geht es unter anderem um Lüftungsanlagen in der Zerlegung, aber auch um Abstände und Maskenpflicht in den Pausenräumen. Am Donnerstag sollen erste Ergebnisse mit der Unternehmensleitung besprochen werden.

Öffnung am 17. Juli nicht sicher

"Wir werden Step-by-Step alle kritischen Bereiche kontrollieren", sagte Landrat Adenauer bei einer Pressekonferenz im Kreishaus am Dienstagnachmittag (07.07.2020): "Das Unternehmen wird erst dann wieder aufmachen, wenn keine Gefahr für die Arbeiter und die übrige Bevölkerung mehr besteht".

Eine Prognose, wann es zu einer Wiedereröffnung kommen könnte, gibt er noch nicht. Die Allgemeinverfügung der Stadt Rheda-Wiedenbrück, die eine Schließung bis zum 17. Juli vorsieht, sei zwar eine Marke, aber die Schießung könne auch über dieses Datum hinausgehen, betonte Adenauer.

Beim Bürgermeister von Rheda-Wiedenbrück, Theo Mettenborg, ist derweil bereits ein Antrag von Tönnies eingegangen. Das Unternehmen möchte die Arbeiten in der Verwaltung wieder aufnehmen. Dieser Antrag wird jetzt geprüft.

Unternehmen Tönnies soll Kosten übernehmen

Landrat Sven-Georg Adenauer wiederholte seine Aussage vom Vortag, dass man überlege, zukünftig ständig Behördenmitarbeiter aus dem Arbeitsschutz zur Kontrolle im Tönnies-Werk einzusetzen. Auch darüber, die Möglichkeit einer Videoüberwachung im Werk prüfen, denke er nach, so Adenauer.

Nach dem sich mehr als 1400 Tönnies-Mitarbeiter mit dem Corona-Virus infiziert hatten, mussten mehr als 7000 Menschen im Kreis Gütersloh in Quarantäne.

Landrat Adenauer kündigte an, mit den dadurch entstandenen Kosten am Ende bei Tönnies vorstellig zu werden und im Zweifel sogar mit Forderungen vor Gericht zu gehen. Unternehmenschef Clemens Tönnies hatte bereits angekündigt, die Kosten für die mittlerweile mehr als 54.000 Corona-Tests bei Mitarbeitern und Bevölkerung zu übernehmen.

Stand: 07.07.2020, 16:53