Streit um Baumschutzsatzung in Münster

Drei Forstarbeiter fällen einen Baum in einem Wohngebiet.

Streit um Baumschutzsatzung in Münster

  • Umweltdezernent für Baumschutzsatzung
  • Widerstand von der CDU
  • Konflikt mit Wohnungsbau

Die Mehrzahl der Großstädte in NRW hat eine Baumschutzsatzung - Münster nicht. Naturschützer haben das in der Vergangenheit immer wieder beklagt, weil viele Bäume für Straßenbauprojekte oder neue Wohngebiete abgeholzt wurden. So wurden in diesen Tagen erst etliche Eichen auf einem ehemaligen Kasernengelände gefällt, auf dem neue Wohnungen entstehen sollen.

Umweltdezernent wirbt für Baumschutz

Porträtbild Umweltdezernent Matthias Peck

Münsters Umweltdezernent Peck will die Baumschutzsatzung

Münsters Umweltdezernent Matthias Peck sieht den Konflikt zum dringend benötigten Wohnungsbau, würde das unkontrollierte Abholzen aber gerne stoppen. Bislang bleibt ihm nur die Möglichkeit an Investoren, Hauseigentümer und Grundstückbesitzer zu appellieren: "Ein Baum ist für das Gemeinwohl, für die Stadt und für das Klima in der Stadt sehr wichtig."

Dass Bäume als Feuchtigkeits- und Schattenspender wichtig sind für die Luft in einer Stadt, ist lange bekannt. Der Naturschutzbund in Münster hat deswegen Anfang vergangenen Jahres die Einführung einer Baumschutzsatzung offiziell beantragt. Wirklich geschehen ist seitdem nichts, obwohl der den Grünen zugerechnete Umweltdezernent Peck dafür ist.

CDU spricht von Enteignung

Porträtbild Stefan Weber

CDU-Fraktions-Chef Weber lehnt eine Baumschutzsatzung ab

Erheblichen Widerstand gibt es nämlich von der CDU, die als stärkste Partei im münsterischen Rat mit den Grünen koaliert. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Stefan Weber sagt: "Eine Baumschutzsatzung ist eine Enteignung von Bürgern, die in ihrem Garten einen Baum stehen haben."

Sie könnten nichts mehr machen, ohne vorher die Stadt zu fragen und müssten für ihren Antrag auch noch rund 90 Euro zahlen. "Und am Ende wird fast allen Anträgen entsprochen. Das kann keinen Sinn machen."

Alle Versuche bislang gescheitert

Ein Baumkletterer an der Spitze eines abgesägten Baumes

In Münster müssen viele Bäume weichen

Umweltdezernent Peck meint dagegen: "Die Baumschutzsatzung ist meines Erachtens ein gutes Instrument." In den vergangenen Jahrzehnten hat es in Münster immer wieder Anläufe gegeben, mit einer Baumschutzsatzung zu regeln, welche Bäume gefällt werden dürfen und welche nicht. Bisher sind alle gescheitert. Wie der Streit diesmal ausgeht, ist offen.

Stand: 09.11.2018, 13:22