Bau-Preise explodieren

Bau-Preise explodieren 03:16 Min. Verfügbar bis 02.08.2022

Bau-Preise explodieren

Von Heinrich Buttermann

Die Hochwasser-Katastrophe könnte auch in einem ganz anderen Bereich das Fass zum Überlaufen bringen. Tausende Wohnungen müssen kurzfristig repariert werden. Dafür werden Bauholz, Platten und Dämmung gebraucht. Die Preise auf dem Rohstoffmarkt könnten damit weiter steigen.

Olga und Valeri Sawatzky verwirklichen sich den Traum vom Eigenheim und haben ein Grundstück in Soest gekauft. Das junge Paar macht viel selbst. Bekommt Unterstützung von der Familie. Trotzdem haben sie schon jetzt mehr Geld ausgegeben, als gelant. "Wir mussten immer wieder umplanen und haben zum Glück viele Reserven", so die zwei.

Bis vor ein paar Monaten galten Gesamtkosten von 500.000 Euro als hoch. Mittlerweile wird diese Grenze oft gerissen. 600.000 Euro bis 700.000 Euro planen viele für ein Projekt ein.

Der internationale Markt mach die Preise

Dass die Preise davongaloppiert sind, hat viele Gründe. Der Bauboom in China und in den USA hat dafür gesorgt, dass Holz aus deutschen Wäldern exportiert wurde. Mit Corona gab es einen Aus- und Umbau-Schub in Deutschland. Viele hatten plötzlich Zeit und Geld zum Renovieren.

Ein junges Paar auf Baustelle, das sich Hauspläne ansieht

Bauherren in Soest müssen mit stark steigenden Preisen rechnen.

Corona sorgte aber auch dafür, dass viele Firmen ihre Produktion drosselten: Halbe Mannschaften zuhause und die Ungewissheit, wie sich Märkte weiter entwickeln, sorgten für den Tritt auf die Bremse.

Firmen horten die Baustoffe

Wenn die Nachfrage deutlicher steigt als gedacht werden Toilettenschüsseln, Rohre, Leitungen und Holz knapp und dadurch teuer. Erst Recht, wenn Unternehmen anfangen, die begehrten Produkte in ihren Lagern zu horten, um Planungssicherheit zu haben.

Zimmermann Heinrich Drewer aus Welver hat mit den hohen Preisen in diesem Jahr heftig zu kämpfen. Mit seinem Team stellt er gerade einen Dachstuhl am Möhnesee auf. "Allein hier hat sich der Materialpreis auf knapp 2.500 Euro verdreifacht," rechnet er vor.

Ein Mann bei der Arbeit auf einer Baustelle

Zimmermann Heinrich Drewer muß oft nachkalkulieren.

Heinrich Drewer hat seinen Kunden frühzeitig mitgeteilt, dass die ursprünglichen Kalkulationen nicht mehr funktionieren, er Holz oder Stahl nach Tagespreisen abrechnen müsse. Schwieriger haben es seine Kollegen, die feste Preise abgemacht haben, an die sie sich jetzt halten müssen.

Nachfrage weiterhin groß

Wenn man fragt, wie sich die Preise weiter entwickeln, gibt es unterschiedliche Antworten. Einig ist man sich hingegen in einer Sache: So günstig wie vor über einem Jahr wird Holz wohl nie wieder werden.

Stand: 02.08.2021, 10:05