Münster will Vorreiter für E-Auto-Batterien werden

Ladeanschluss eines Elektroautos mit Stecker

Münster will Vorreiter für E-Auto-Batterien werden

  • Münster bewirbt sich als Standort für Batterieforschung
  • Land fördert Projekt mit 200 Millionen Euro
  • Entscheidung soll im Sommer fallen

Nordrhein-Westfalen will bei der Entwicklung von Batterien für Elektroautos Vorreiter werden. Wie das Wissenschafts- und das Wirtschaftsministerium am Montag (27.05.2019) mitteilten, bewirbt sich Münster als Standort für eine geplante Forschungsfabrik für Batteriezellen.

Das Projekt wurde vom Bundesforschungsministerium ausgeschrieben. Falls Münster den Zuschlag erhält, schießt das Land Mittel von mehr als 200 Millionen Euro dazu. Vom Bund kommen 400 Millionen Euro.

Gemeinsame Bewerbung aus Münster, Aachen und Jülich

In Münster sitzt bereits das Batterieforschungsinstitut, das die Federführung übernehmen soll. Außerdem sind die RWTH Aachen das Forschungszentrum Jülich involviert.

Mit dem Geld sollen unter anderem Grundstück gesichert und Gebäude bezahlt werden. Die beteiligten Kommunen stellen nochmals 7,5 Millionen Euro zur Verfügung.

Asien ist Marktführer

Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) rechnet NRW große Chancen ein. Die Bewerbung werde von 75 Unternehmen unterstützt, sagte er. Diese würden auch konkrete Aufträge in Aussicht stellen.

Der Leiter des Instituts für Grundlagen der Elektrochemie am Forschungszentrum Jülich, Rüdiger Eichel, untermauerte die Bedeutung der Batterienforschung und -produktion. "Wer die Batterien herstellt, der beherrscht den Markt und hat die Arbeitsplätze", sagte Eichel dem WDR. Um eine funktionierende Fertigung aufzubauen, seien allerdings Investitionen von mehreren Milliarden Euro nötig.

Wer den Zugriff erhält, soll ab dem 8. Juli entschieden werden. Schätzungen zufolge werden aktuell rund 84 Prozent der Batterien weltweit in Asien produziert. Nur drei Prozent stammen aus Europa.

Stand: 27.05.2019, 16:46