Wenn Bambi den Klima-Wald frisst

Wenn Bambi den Naturwald frisst 03:20 Min. Verfügbar bis 20.08.2020

Wenn Bambi den Klima-Wald frisst

Von Arndt Brunnert

  • Zwischenbilanz bei bundesweitem Forschungsprojekt
  • Mischwald hat es schwer
  • Jagd zum Schutz des Waldes

Der Wald der Zukunft soll gut gemischt sein, um Trockenheit, Stürmen und Borkenkäfern zu trotzen und seinen Besitzern Einkommen zu sichern. Aber wie viel Wild verträgt ein Wald, der Mischwald werden soll?

Wenn Bambi den Naturwald frisst

Forscher beobachten, wie sich die Bäumchen entwickeln.

Daran forschen Wissenschaftler von drei Universitäten, Förster, Waldbesitzer und Jäger seit drei Jahren. Auftraggeber ist die Arbeitsgemeinschaft naturgemäße Waldwirtschaft.

Wild reduziert Baum-Artenvielfalt

Wissenschaftler der Uni Göttingen haben 50 Versuchsflächen im Sauerland angelegt, mehr als 500 bundesweit, mal eingezäunt und mal nicht. Dort beobachten sie, wie sich die Vegetation entwickelt.

"Mit aller Vorsicht kann man sagen", zieht Projektleiter Hans von der Goltz am Dienstag (20.08.2019) Zwischenbilanz, "dass Wild auf großen Teilen der Versuchsflächen eine natürlich vorhandene Artenvielfalt bei den Bäumchen deutlich reduziert."

Wenn Bambi den Naturwald frisst

Forstexperten ziehen Zwischenbilanz des Projektes.

Interessant ist, dass zunächst außerhalb der Gatter die Artenvielfalt höher ist. Wildschweine durchpflügen den Boden, belüften und lockern ihn, sodass Samen leichter keimen kann. Andererseits fressen die Schweine Bucheckern und Eicheln, die dann keine Laubbäume mehr werden können.

Rehe fressen ungern Fichten, aber sonst vieles, das etwas Besonderes auf ihrem Speiseplan darstellt. Also auch junge Buchen, Eichen oder Weißtannen, die noch eine Minderheit in vielen Wäldern sind.

Jagd soll Wald schützen

Wenn Bambi den Naturwald frisst

Wild schadet der Artenvielfalt in der Vegetation.

Deshalb müsse gejagt werden, sagt Hans von der Goltz: "Wenn ich merke, dass ein Großteil der Vegetation nicht mehr da ist, dann ist zu viel Wild da."

Wissenschaftler der TU Dresden untersuchen, wie die Jagd sowohl effizient als auch tiergerecht stattfinden kann. Ein Team der TU München erforscht, wie sich Mischwälder und Naturverjüngung betriebswirtschaftlich fassen lassen und ob sich Mischwälder künftig auch finanziell lohnen.

Stand: 20.08.2019, 19:45