Die Ballon-Meister aus dem Münsterland

Die Ballon-Meister aus dem Münsterland

Bei der Gasballon-WM waren die beiden Ballonfahrer Andreas Zumrode aus Havixbeck und Axel Hunnekuhl aus Mettingen insgesamt 84 Stunden in der Luft. Am Dienstagmorgen (17.09.2019) landeten sie und belegten den fünften Platz.

Gasballone am Boden, davor einige Zuschauer

Am Freitag (13.09.2019) startete die WM im französischen Montbéliard an der französisch-schweizerischen Grenze mit der Aufrüstung der Ballone. 20 Teams aus aller Welt nehmen teil, selbst aus Australien ist ein Team angereist. Für Deutschland gingen insgesamt drei Teams an den Start.

Am Freitag (13.09.2019) startete die WM im französischen Montbéliard an der französisch-schweizerischen Grenze mit der Aufrüstung der Ballone. 20 Teams aus aller Welt nehmen teil, selbst aus Australien ist ein Team angereist. Für Deutschland gingen insgesamt drei Teams an den Start.

Das Team aus dem Münsterland unmittelbar vor dem Start. Jedes Team wurde feierlich mit "seiner" Nationalhymne in den nächtlichen Himmel verabschiedet.

Es geht darum, so weit wie möglich zu kommen. Hunderte Kilometer, vielleicht auch deutlich über 1.000 Kilometer. Entscheidend ist, dass die Piloten die optimale Höhe finden, wo der Wind kräftig bläst und den Ballon davon trägt. Das kann mal 500 Meter über der Erde sein, mal 4.000 Meter. Für den Fall haben Andreas Zumrode und Axel Hunnekuhl Sauerstoff-Geräte an Bord.

Samstagmorgen. Sonnenaufgang über Frankreich. Andreas Zumrode und Axel Hunnekuhl haben die erste Nacht in luftiger Höhe gut überstanden. Der eine hat sich auf den Boden des Korbes gelegt und geschlafen, der andere navigiert. Nur: Weit gekommen ist das Team aus dem Münsterland nach zehn Stunden in der Luft noch nicht. Rund 100 Kilometer. Da geht noch was.

Für die beiden Piloten ist es die 2. Weltmeisterschaft. Im vergangenen Jahr landeten sie auf Platz 14. Dieses Jahr wollen sie es unter die ersten zehn schaffen. Sie haben viel an ihrer Strategie gearbeitet. Dazu zählt auch die Anzahl und Beschaffenheit der Sandsäcke. Die sind mit das wichtigste Steuerungsmittel an Bord: Lassen die Piloten Sand ab, geht der Ballon in die Höhe.

Am Samstag ging es in einem sehr langsamen Tempo zunächst einmal schnurstracks nach Westen. Vor Beginn der WM hatten die beiden Piloten mit Unterstützung eines erfahrenen Metereologen die unterschiedlichen Windrichtungen in unterschiedlichen Höhen studiert. Sie hielten es für möglich, bis nach Nordspanien zu fahren.

Die beiden Piloten sind professionell ausgerüstet, mit Navigationsgeräten, Funk und digitaler Technik. Via Handy schicken sie uns Fotos aus 4.000 Metern Höhe.

Waschen, Zähneputzen, Essen, Schlafen, Toilettengang, alles im Ballonkorb. Zu zweit auf 1,5 Quadratmetern Fläche. Um das auszuhalten, müssen sich die Piloten schon sehr gut verstehen. Abhauen geht nicht! Nach der zweiten Nacht am Himmel ist der Ballon aus dem Münsterland am Sonntagmorgen auf neuem Kurs, Richtung Nordost, Richtung Deutschland, in 3.000 Metern Höhe.

Während diese beiden noch ihre Morgentoilette beenden, sind die ersten Ballone dieser WM schon gelandet: Das Team Schweiz 3 kam nach 630 Kilometern am Ärmelkanal runter, für das Team Polen 2 war nach 220 Kilometern am Lago Maggiore in Italien Schluss.

Am Montagmorgen erreichen die beiden Piloten aus dem Münsterland Österreich, unter ihnen die Donau im Nebel.

Es ist der vierte Tag ohne Unterbrechung im Ballon. Solange waren Axel Hunnekuhl und Andreas Zumrode noch nie in der Luft. Ausblick auf den Flughafen von Wien.

Tagelang auf engstem Raum in großer Höhe bei wenig Proviant und Schlaf ist extrem anstrengend. Nicht umsonst zählt diese WM zu den härtesten Rennen der Welt. Am Montagabend waren von den insgesamt 20 Teams nur noch sieben in der Luft, darunter die beiden Münsterländer. Sie sind seit Freitagabend über 1.000 Kilometer im Ballon gefahren. Jetzt halten sie Kurs auf Rumänien und das Schwarze Meer. Sie glauben, am Dienstag gibt es die Entscheidung.

Nach 84 Stunden und 1.716 Kilometern sind unsere Ballonfahrer am Dienstagvormittag (17.09.2019) sicher am Schwarzen Meer in Rumänien gelandet. Zu diesem Zeitpunkt sind sie WM-Zweite, aber es sind noch vier Ballone in der Luft. Am Abend ist dann klar: Die Münsterländer beenden die WM mit Platz 5. Sieger sind zwei Ballonfahrer aus der Schweiz. Sie legten 1.774 Kilometer zurück, nur 58 Kilometer mehr als die beiden Männer aus dem Münsterland.

Stand: 17.09.2019, 20:00 Uhr