Autonome Busse im Regelbetrieb: Premiere in Südwestfalen

03:24 Min. Verfügbar bis 15.10.2022

Autonome Busse im Regelbetrieb: Premiere in Südwestfalen

Stand: 15.10.2021, 10:20 Uhr

In Iserlohn nehmen am Freitag zwei Busse ohne Fahrer den Betrieb auf. Das ist Premiere in Südwestfalen. Zwar sind auch in Soest, Drolshagen und Lennestadt selbstfahrende Busse schon getestet worden. In Iserlohn gehen sie nun aber erstmals offiziell in den Regelbetrieb.

Von Claudia Roelvinck

Den Probetrieb haben die Busse schon hinter sich. Er habe "erstaunlich gut" geklappt, sagt Projektleiterin Melissa Velte. Denn die rund 1,5 Kilometer lange Strecke zwischen Stadtbahnhof und dem Campus der Fachhochschule hat es in sich: mit bis zu 13 Prozent Steigung, zum Teil durch einen Wald.

Geschwindigkeit: bis zu 11 km/h

Die Sensoren der Busse orientieren sich normalerweise an festen Kanten wie Mauern und Gebäuden und nicht etwa an Ästen, die sich im Wind bewegen. Daher musste auf dem Weg durch den Wald etwas getrickst werden. Hier stehen jetzt in regelmäßigen Abständen Schilder, an denen sich der Bus orientiert.

Begleiterin, Begleiter in offener Tür von autonomem Minibus

Bereit für den Regelverkehr

Es habe auch kaum Probleme mit falsch abgestellten Fahrzeugen gegeben, die die Busse zum Anhalten zwingen und eine Steuerung von Hand erfordern. Und auch die Geschwindigkeit von bis zu elf km/h lasse manchen Studierenden lieber den Bus nehmen, als selbst auf den Berg zu laufen.

Ziel: Busse mit dem Handy anfordern

Vier Herren drücken symbolisch Startknopf

Symbolischer Knopfdruck mit Minister

Die beiden Busse, die heute in Iserlohn in den Regelbetrieb gehen, fahren ohne festen Fahrplan. Demnächst soll es Infosäulen geben, auf denen man sehen kann, wo die Busse gerade sind und wie lange sie noch bis zum Haltepunkt brauchen. Außerdem soll man sie per Smartphone anfordern können.

In beiden Bussen fahren weiterhin Fahrzeugführer mit, die aber nur im Notfall die Steuerung übernehmen. Die FH erforscht die autonomen Busse weiterhin. Das Wirtschaftsministerium NRW hat das bisher mit 2,7 Millionen Euro gefördert.