Sperrung der A45 schadet Wirtschaft immens 00:30 Min. Verfügbar bis 21.03.2023

Neue Studie: Sperrung der A45 schadet Wirtschaft immens

Stand: 21.03.2022, 16:16 Uhr

Ständig Stau und lange Wartezeiten. Betriebe und Mitarbeiter leiden unter der Sperrung der A45. Der Verkehrsverband Westfalen geht von einem volkswirtschaftlichen Schaden von 1,8 Mrd. Euro in fünf Jahren aus.

Der Geschäftsführer der Schrauben Betzer GmbH in Lüdenscheid, Thomas Hoffmeister, macht sich Sorgen, dass Fachkräfte abwandern könnten. Viele seiner 90 Mitarbeiter brauchen jetzt länger zur Arbeit: „Wer normal 30 Minuten fährt, ist jetzt eine Stunde unterwegs.

Ganz schwierig wird es, neue Fachkräfte zu gewinnen. Zumal der Zustand in den nächsten fünf Jahren - bis die neue Brücke gebaut ist - nicht besser wird.

Abgeschnitten von der Kundschaft

Die Talbrücke Rahmede ist für Jahre gesperrt. | Bildquelle: imago images/Rene Traut

Aber nicht nur die Industriebetriebe geraten aus dem Takt. Rene Brehm hatte den Standort für seine Kletterwelt-Sauerland extra nahe an der A45 ausgesucht. Immer gut erreichbar für Kletterer aus dem Ruhrgebiet. „Die Leute überlegen sich jetzt, ob sie zu uns kommen, weil sie in ihrer freien Zeit nicht lange im Stau stehen wollen.

Ein Desaster ist die Situation auch für Handwerker. „Jede Fahrt wird zur Geduldsprobe, ob zu Kunden oder nur zum Material holen“, sagt Sabine Jungkurth, die Geschäftsführerin eines Elektrobetriebes.

Die Wirtschaft fordert einen Neubau in weniger als 5 Jahren - durch einen Koordinator mit Macht auf Bundesebene und durch deutlich kürzere Genehmigungsprozesses.

Verschärfung befürchtet

Auf den Umleitungsstrecken staut sich der Verkehr. | Bildquelle: WDR / Karsten Schöne

Mit der für Samstag (26.3.) angekündigten Sperrung der B236 bei Nachrodt-Wiblingwerde für vier Monate droht noch ein Engpass und damit eine weitere Verschärfung. Doch die Arbeiten dort, so der Landesbetrieb Straßen NRW, lassen sich nicht verschieben: Ein ganzer Hang droht seit dem Hochwasser von letztem Jahr abzurutschen.

Die Umwege werden also noch länger, der Leidensdruck für die Betriebe noch größer.