Lieferengpässe wegen Corona

Auswirkungen des Corona-Virus auf die Wirtschaft 01:51 Min. Verfügbar bis 28.02.2021

Lieferengpässe wegen Corona

Von Heinz Krischer

  • Jede dritte Firma spürt Lieferengpässe
  • Messe-Absage trifft Leuchten-Unternehmen
  • Hoppecke-Werk in Wuhan weiter geschlossen

Wegen der Corona-Epidemie spüren viele Firmen in Südwestfalen schon jetzt Lieferengpässe. Rund ein Drittel der Unternehmer antworteten dies in einer Blitzumfrage der IHK Arnsberg-Hellweg. Innerhalb von zwei Tagen haben rund 1.000 Unternehmer geantwortet. Selten bekomme man auf Umfragen so schnell so viele Antworten, sagt die IHK. Das zeige: Viele Unternehmer sind besorgt.

Furcht vor Krankmeldungen und Quarantäne

Fast zwei Drittel der Firmenchefs rechnen in den nächsten Wochen mit Engpässen. Viele erwarten Absatzprobleme und Umsatzrückgänge. Firmen rechnen auch damit, dass mehr Mitarbeiter krank werden oder wegen Quarantäne-Maßnahmen fehlen. Und mehr als die Hälfte sagt ganz klar: Das hat negative Folgen für die Konjunktur.

Eigentlich wollte Elmar Goller-Bittner gerade die Lkw für die Messe "Light and Building" in Frankfurt packen. Die Messe ist auch für den Sunderner Leuchtenhersteller der wichtigste Branchentreff. Doch dann kam die Absage der Messe – eine Folge des Coronavirus-Ausbruch. "Vielleicht ganz gut so", sagt Elmar Goller-Bittner.

Viele Firmen mit Kontakten nach China

Denn in den vergangenen Tagen hatte ein Kunde nach dem anderen Gesprächstermine abgesagt – aus Angst vor Ansteckung. Allein aus dem Raum Arnsberg und Sundern sind mehr als ein Dutzend Leuchtenfirmen von der Messe-Absage betroffen.

Viele heimische Firmen haben enge Kontakte nach China, teilweise sogar eigene Werke. So wie der Briloner Batteriehersteller Hoppecke, der in der besonders stark betroffenen Stadt Wuhan ein Werk betreibt. Es ist immer noch geschlossen.

Severin erwartet "Delle" im April oder Mai

Sascha Steinberg von der Firma Severin

Sascha Steinberg von der Firma Severin

Die Sunderner Firma Severin lässt ihre Haushaltsgeräte im chinesischen Shenzen fertigen. Bei Severin hofft man, dass sich die negativen Folgen in Grenzen halten. So konnten noch vor Ausbruch des Virus große Mengen wichtiger Produkte nach Sundern verschifft werden.

Zwar könne es sein, "dass bei ausgewählten Artikeln Ende April, Anfang Mai vielleicht eine kleine Delle in der Lieferverfügbarkeit auftreten wird", sagt Sascha Steinberg, Marketing-Chef von Severin.  Einige Lieferanten würden aber bereits die Produktionskapazitäten wieder hoch fahren.

Stand: 27.02.2020, 15:22