Attendorn: Amprion will Stromtrasse überprüfen

Strommast im Bau

Attendorn: Amprion will Stromtrasse überprüfen

  • 127 Kilometer neue Stromtrasse
  • Bürgerinitiative fordert andere Trassenführung
  • "Erster Erfolg für Betroffene"

Montag (26.11.2018) - erster von drei Tagen Erörterungstermin in Attendorn wegen der neuen Stromtrasse durch Südwestfalen: Rund 100 Bürger haben ihre Einwendungen vorgetragen, allen voran die Mitglieder einer Kreuztaler Bürgerinitiative.

Daraufhin sagt Netzbetreiber Amprion zu, "vorgeschlagene Trassenvarianten im Bereich Meiswinken und Heestal" bei Kreutal zu überprüfen, fasst Andreas Nörthen von der Bezirksregierung Arnsberg den Tag zusammen. "Also ein erster Erfolg für die betroffenen Bürgerinnen und Bürger."

Die geplanten 380-Kilovolt-Stromtrasse führt über 127 Kilometer von Dortmund nach Betzdorf in Rheinland-Pfalz. 109 neue, 60 Meter hohe Strommasten sollen entstehen - allerdings werden dafür über 230 kleinere Masten abgebaut.

"Auf konkrete Bedenken nicht eingegangen"

Ansgar Klein aus Kreuztal-Junkernhees sitzt in der ersten Reihe. Er hat die Bürgerinitiative gegründet. In seinem Ortsteil soll einer der neuen Masten errichtet werden, und vor allem ein neues Umspannwerk. Über 130 Einwände sind bei der Bezirksregierung eingegangen  - allein aus Junkernhees.

Saal mit Podium und halb gefüllten Reihen

Erörterungstermin in Attendorn

"Wir fühlen uns nicht ernst genommen", so Klein. Auf die Einwände der Bürgerinitiative seien von Amprion bislang nur belanglose Antworten gekommen, versetzt mit Textbausteinen. "Auf konkrete Bedenken und Fragen wurde nicht eingegangen", so Klein.

Schloss Junkernhees

Schloss Junkernhees gefährdet?

Die Bedenken betreffen vor allem das geplante 50 mal 30 Meter große Umspannwerk samt 60 Meter hohem Mast. Das Heestal als Naherholungsgebiet und das denkmalgeschützte Schloss Junkernhees würden dadurch gefährdet.

Abstand zu Häusern kritisiert

Silke und Ansgar Klein unter Stromtrasse vor Fachwerkhaus

BI-Aktivisten Silke und Ansgar Klein

Außerdem geht es um die elektromagnetische Strahlung, die von den Leitungen ausgeht - "mit noch nicht absehbaren gesundheitlichen Folgen" - so steht es auf der Homepage der Initiative. Auch in anderen Gebieten entlang der geplanten Trasse formiert sich Protest.

In der Stadt Attendorn geht es vor allem um die Abstände der Höchstspannungsleitung zu den Wohnhäusern und um die Art der verwendeten Masten. Viele Bürger wünschen sich so genannte "Kompaktmasten", die strahlungsärmer seien. Amprion bestreitet das.

Der Erörterungstermin in Attendorn endet am Mittwoch (28.11.2018). Danach können noch bis zum 19.12.2018 bei der Bezirksregierung Einwendungen eingereicht werden.

Erörterungstermin wegen geplanter Stromtrasse 03:18 Min. Verfügbar bis 26.11.2019

Stand: 27.11.2018, 07:08