Initiative "Jüdisch in Attendorn" geehrt

Preisträger Kleine und Hosenfeld, Laudatoren Jacob-Prinz und Beckehoff

Initiative "Jüdisch in Attendorn" geehrt

  • Preis gegen Extremismus erstmals verliehen
  • Jüdisches Leben wieder sichtbar gemacht
  • Familienzusammenführung in Attendorn

Die beiden Attendorner Hartmut Hosenfeld und Tom Kleine erinnern mit vielen Aktionen und Veranstaltungen an die von den Nationalsozialisten verschleppten und ermordeten jüdischen Bürger Attendorns. Dieses ehrenamtliche Engagement der Initiative "Jüdisch in Attendorn" hat der Kreis Olpe am Montagabend (07.10.2019) ausgezeichnet: mit der Verleihung des Preises „Kein Platz für Extremismus und Rassismus“.

Zum 80. Jahrestag der Novemberpogrome hatten Hartmut Hosenfeld und Tom Kleine die Veranstaltungsreihe "Shalom Attendorn 2018" organisiert.

Nachfahren aus sechs Ländern trafen sich

Die machte sogar international Schlagzeilen: Als eine Gedenk-Stele für die Attendorner Opfer des Holocaust enthüllt wurde, waren fast 50 Nachfahren der jüdischen Attendorner Familie Ursell dabei. Sie waren extra angereist aus den USA, Kanada, Israel, Chile, England und Costa Rica.

Fünf Personen enthüllen Grabstein

Enthüllung der Gedenk-Stele für die ermordeten Attendorner Juden

Diese Familienzusammenführung und die symbolische Rückkehr der ermordeten Juden in ihre Heimatstadt Attendorn war Ergebnis jahrelangen Engagements von Hosenfeld und Kleine. "Diese große Beteiligung von Nachfahren früherer Attendorner Mitbürger dürfte wohl die höchste Anerkennung ihrer Arbeit sein", sagte Landrat Frank Beckehoff, der den Preis überreichte.

"Erinnerung wach gehalten"

"Durch die Aktivitäten der Initiative wird jüdisches Leben in Attendorn wieder sichtbar. Sie leistet einen unermesslich wichtigen und bleibenden Beitrag gegen Rassismus und Judenhass und für ein respektvolles Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft", lobte Beckehoff.

TV-Dokumentation: "Jüdisch in Europa"

WDR 5 Scala - aktuelle Kultur 03.09.2019 09:23 Min. Verfügbar bis 02.09.2020 WDR 5

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Laudatorin Ruth Jacob-Prinz, ehemalige Geschäftsführerin des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Westfalen-Lippe, hob hervor, die Initiative habe auch erreicht, dass sich Schüler mit der jüdischen Geschichte Attendorns intensiv auseinander setzen.

Sie dankte den beiden Preisträgern dafür, "das historische Bewusstsein und die Erinnerung an die Opfer des Holocaust in Attendorn wach zu halten und dazu beizutragen, dass sich die Geschichte niemals wiederholt."

Stand: 08.10.2019, 07:16