Mittelalterliche Mauern in Attendorn ausgegraben

Grabungsfeld in Attendorn, zwei Bagger, Mauerreste

Mittelalterliche Mauern in Attendorn ausgegraben

Von Jonathan Baer

  • Grabungsfläche wird jetzt bebaut
  • Gerichtsgebäude aus 15. Jahrhundert?
  • Keramiken aus Friesland und vom Rhein

Die Archäologen vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) haben in der Attendorner Altstadt die Grundmauern von vier Gebäuden aus dem 15. oder 16. Jahrhundert freigelegt. Besonders auffällig sind zwei Steinhäuser mit bis zu anderthalb Meter dicken Wänden. Die Archäologen vermuten, dass hier ein Gerichtsgebäude stand, in dem Verurteilte eingesperrt und der Öffentlichkeit vorgeführt wurden.

Keramikscherben belegen Handelsbeziehungen

Scherben von mittelalterlichen Keramiken

Keramiken aus Friesland und dem Rheinland

Außerdem sind die Wissenschaftler auf zwei Brunnen und Keramikscherben aus dem 10. bis 12. Jahrhundert gestoßen. Die Keramiken kamen aus Friesland und dem Rheinland und sind ein Beweis für die ausgedehnten Handelsbeziehungen der Attendorner.

Keine Latrine gefunden

Überrascht waren die Archäologen, dass sie keine einzige Latrinengrube entdeckt haben, die eigentlich typisch für mittelalterliche Stadtbezirke sei. Außerdem seien nur wenige Abfälle gefunden worden. „Vielleicht liegt das an dem öffentlichen Charakter der Gebäude“, sagt Eva Cichy, Referentin der LWL-Archäologie.

Auf der Grabungsfläche in Attendorn wird jetzt ein neues Wohn- und Geschäftshaus gebaut.

Stand: 31.01.2018, 09:05