Verlängerung für Atommüll-Zwischenlager in Ahaus

Verlängerung des Atommüll-Zwischenlagers "Ahaus" bis 2057 Lokalzeit Münsterland 17.07.2020 02:30 Min. Verfügbar bis 17.07.2021 WDR Von Stephan Hackenbroch

Verlängerung für Atommüll-Zwischenlager in Ahaus

  • Verlängerung nur für schwach- und mittel-radioaktiven Müll
  • Endlager in Salzgitter
  • Start der Einlagerung dort in sieben Jahren

Im Atommüll-Zwischenlager in Ahaus dürfen weiterhin schwach- und mittel-radioaktive Abfälle gelagert werden. Die Bezirksregierung hat die Genehmigung am Freitag (17.07.2020) verlängert - und zwar bis zum Jahr 2057.

Genehmigung nur für schwach- und mittel-radioaktiven Müll

Die Genehmigung gilt ausdrücklich nur für den westlichen Teil des Zwischenlagers. Der östliche Teil für die hochradioaktiven Abfälle werde davon nicht berührt, so die Bezirksregierung Münster. Bei den Stoffen handele es sich meist um Materialien, die beim Rückbau von Atomkraftwerken anfallen, wie beispielsweise Kabelreste oder Metallteile.

Vorbereitungen im Endlager Salzgitter

Anders als beim hochradioaktiven Müll steht schon fest, wo der schwach- und mittel-radioaktive Abfall dauerhaft gelagert werden soll: im ehemaligen Bergwerk Schacht Konrad in Salzgitter. Die Einlagerung dort soll - so der derzeitige Plan - in sieben Jahren beginnen. Die Phase der Einlagerung soll rund 30 Jahre dauern - also bis ins Jahr 2057. So lange darf der Müll nun in Ahaus gelagert werden.

Kritik von Bürgerinitiative

Die Ahauser Bürgerinitiative gegen das Atommüll-Zwischenlager hat die Verlängerung der Einlagerungsgenehmigung scharf kritisiert. Die Sicherheit der Zwischenlagerung solcher Abfälle sei nur für einen Zeitraum von 20 Jahren überschaubar. Das Lager in Ahaus habe insgesamt nur eine Betriebsgenehmigung bis 2036.

Der Zeitplan für ein Endlager bis 2057 sei "reines Wunschdenken", so die Bürgerinitiative. Sie befürchtet, dass das Ahauser Zwischenlager zu einem Dauerlager für Atommüll wird.

Mahnwache gegen Uran-Transport Lokalzeit Münsterland 06.04.2020 02:20 Min. Verfügbar bis 13.04.2021 WDR Von Ekkehard Wolff

Stand: 17.07.2020, 20:00