Geplantes Atommüll-Zwischenlager in Würgassen überflüssig?

Stand: 14.01.2022, 14:55 Uhr

Ist das geplante Atommüll-Lager in Beverungen-Würgassen wirklich notwendig? NRW-Gesundheitsminister Laumann und Niedersachsens Umweltminister Lies haben ein neues Gutachten dazu angekündigt.

Hinter dem geplanten Atommüll-Logistik-Zentrum Würgassen im Kreis Höxter steht wieder ein großes Fragezeichen.

Das von den Ministern angekündigte Gutachten soll klären, ob ein Zwischenlager überhaupt notwendig ist. Geplant ist aktuell, dass schwach- und mittelradioaktiver Müll aus ganz Deutschland am Standort Würgassen sortiert und zwischengelagert werden soll. Von dort aus ginge es dann zum Schacht Konrad, dem Endlager für Atommüll.

Braucht man überhaupt ein Zwischenlager?

Ob dafür überhaupt ein zentrales Logistikzentrum gebaut werden muss, soll nun das Gutachten klären, so die beiden Minister in einem Online-Meeting. Außerdem soll untersucht werden, ob die Anlagen Jülich, Gorleben und Karlsruhe als Konditionierungsstandorte für eine Vorsortierung ausreichen. Schon im Sommer soll es ein Ergebnis geben.

Gute Nachricht für Bürgerinitiative

"Noch besser hätten wir es gefunden, wenn das intransparente Auswahlverfahren gleich mit auf den Prüfstand gekommen wäre", sagt Edith Götz von der Bürgerinitiative „lebenswertes Bördelland“ dem WDR. Das wäre aber der zweite Schritt nach dem Gutachten.

Trotzdem ist es für die Bürgerinitiative eine positive Entwicklung. Menschen in der Region rund um Beverungen-Würgassen wehren sich seit Langem gegen die Pläne, das Zwischenlager an dem Standort zu bauen.

Optimale Lösung nur mit Akzeptanz der Region

Die Bürgerinitiative "Atomfreies 3-Ländereck" geht davon aus, dass die Landesregierungen das Gutachten vor allem wegen des starken Widerstands in der Region in Auftrag gegeben haben. Sie signalisierten in einer Pressemitteilung am Freitag mangelndes Vertrauen in den Bund, der mit der Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) die Pläne für das Zwischenlager veröffentlicht hatte.

Die Bürgerinitiative erwarte nun von den Landesregierungen ein objektives Gutachten und eine offene und ehrliche Beteiligung. Eine optimale und nachvollziehbare Lösung für die Entsorgung von Atommüll werde nicht ohne die Akzeptanz der Menschen in der betroffenen Region möglich sein.