Arzt aus Herford bietet Impftermine mit Astrazeneca bei Ebay an

Arzt bietet Astrazeneca über Ebay an

Arzt aus Herford bietet Impftermine mit Astrazeneca bei Ebay an

Ein Hausarzt aus dem Kreis Herford will übrig gebliebenen Astrazeneca-Impfstoff nicht wegschmeißen - und bietet sie deshalb über Ebay "zu verschenken" an.

Es sei unsinnig, das wertvolle Vakzin verkommen zu lassen, so der Mediziner aus Kirchlengern, daher verschenkt er jetzt Termine für 90 übrig gebliebene Impfdosen über die Internetplattform. Hintergrund ist, dass der AstraZeneca Impfstoff zunehmend von älteren Patienten und Patientinnen abgelehnt wird - dabei sei er äußerst wirksam und zuverlässig, so der Arzt.

80 bis 90 Dosen Astrazeneca im Internet verschenkt

Zwei Tage lang habe er nun über die Internet-Plattform Impftermine mit Astrazeneca an Menschen über 60 Jahre angeboten, sagte er der Deutschen Presse Agentur. Ab der kommenden Woche werde er seine Astrazeneca-Restbestände denen verabreichen, die sich auf sein Inserat hin meldeten.

Kritik: Impfstoff ablehnen ist unsolidarisch

Bereits zu Beginn der Woche hatte Weitkamp im WDR-Fernsehen kritisiert, dass die Praxen fast nur noch Astrazeneca erhielten, das gefragte Vakzin von Biontech dagegen an die Impfzentren gehe.

Er habe bereits erlebt, dass Patienten, die älter als 60 sind, ihren Termin für eine Impfung mit Astrazeneca verfallen ließen, um sich im Impfzentrum mit dem Vakzin von Biontech impfen zu lassen.

Der Kardiologe kritisierte die mangelnde Solidarität mit den Jüngeren: „Was machen wir mit unseren Studenten, die seit eineinhalb Jahren im Homeoffice sitzen? Die haben keine Chance auf eine Impfung, weil die über 60-Jährigen ein Impfangebot ablehnen. Und da ist die Politik zu feige, einmal zu sagen: ‚Die über 60-Jährigen werden mit Astrazeneca geimpft, die jüngeren mit BionTech.“

Ständige Impfkommission in der Kritik

Er halte es aus medizinischer Sicht für falsch, dass die Ständige Impfkommission (Stiko) Astrazeneca weiterhin nur für Menschen über 60 Jahre empfehle. Es gebe zudem auch zahlreiche unter 60-Jährige, die Astrazeneca haben wollten. Laut Bund-Länder-Beschluss müssen sich diese Jüngeren dann an die Praxen wenden, in den Impfzentren wird Astrazenca Menschen unter 60 Jahren nicht mehr gespritzt.

Stand: 05.05.2021, 18:54