Bielefeld: Arzt aus Bethel soll Patientinnen vergewaltigt haben

Bielefeld: Arzt aus Bethel soll Patientinnen vergewaltigt haben

Ein ehemaliger Assistenzarzt am Evangelischen Klinikum Bethel ist wegen des Verdachts der Vergewaltigung in drei Fällen festgenommen worden.

Blick den Eingang des Evangelischen Klinikums Bielefeld Bethel

Blick den Eingang des Evangelischen Klinikums Bielefeld Bethel

Das haben die Polizei und die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitgeteilt. Der 32-Jährige steht im Verdacht, im Juli und September 2019 zwei Patientinnen betäubt, vergewaltigt und sich bei den Taten selbst gefilmt zu haben. Er sitzt seit Anfang der Woche in U-Haft.

Bethel-Geschäftsführer bestürzt

Seit mehreren Monaten war gegen den Mann ermittelt worden, nachdem eine Patientin Strafanzeige gestellt hatte. Der Arzt soll ihr bei einer MRT-Untersuchung ein nicht den Richtlinien entsprechendes Medikament gegeben haben. Er hatte daraufhin im April gekündigt.

Dass wegen Vergewaltigung ermittelt wird, will die Klinik erst am Dienstag erfahren haben. Zunächst sei man nicht von einer schweren Straftat ausgegangen. Nun habe das Krankenhaus bestürzt von der offensichtlich neuen Beweislage und der Festnahme des Mannes erfahren.

Bethel will Ermittlungen unterstützen

"Unsere Sorge und Mitgefühl gilt den Opfern und Geschädigten. Wir werden alles unternehmen, um in ihrem Sinne zu einer schnellen Aufklärung beizutragen", sagte Dr. Matthias Ernst, Geschäftsführer des Evangelischen Klinikums Bethel.

Dabei werde man die Ermittlungen auch weiterhin unterstützen und eng mit der Staatsanwaltschaft zusammenarbeiten. "Wir wissen, dass diese Tatvorwürfe bei vielen große Verunsicherungen und Ängste hervorrufen. Das bedauern wir sehr."

Bielefelder Ermittlungskommission "Medicus"

Das Polizeipräsidium Bielefeld hat eine siebenköpfige Ermittlungskommission "Medicus" eingerichtet. Zuerst hatte das "Westfalen-Blatt" über den Fall berichtet.

Stand: 23.09.2020, 20:21