Waffenschmuggel-Prozess in Arnsberg

Prozess Waffenschmuggel bei Umarex 03:17 Min. Verfügbar bis 17.10.2020

Waffenschmuggel-Prozess in Arnsberg

Von Heinz Krischer

  • Mit Metallschrott Waffenteile geschmuggelt
  • Mindestens 70 Pistolen verkauft
  • Arnsberger hatte wohl Geldnot

Ein früherer Mitarbeiter der Arnsberger Waffenfirma Umarex soll über Jahre Pistolenteile aus der Fabrik geschmuggelt haben, um sie zuhause zusammenzubauen und sie an Kriminelle weiterzuverkaufen. Seit Donnerstag (17.10.2019) steht er vor dem Landgericht.

Das Firmengebäude des Umarex-Betriebes in Arnsberg

Das Umarex-Firmengebäude

Die mutmaßlichen Schmuggel-Methoden des 47-Jährigen: Er versteckte die Teile in einer Abfallkiste mit Metallspänen. Wenn er diese Kiste aus dem Gebäude zum Schrottcontainer fuhr, konnte er unbemerkt die Waffenteile in sein auf dem Hof geparktes Auto packen.

Heimarbeit half beim Schmuggel

Ein Mann in Anzug steht vor einem Fenster

Thomas Schmelzer

Staatsanwalt Thomas Schmelzer betont außerdem: "Mitarbeiter der Firma Umarex können Heimarbeit machen." Das tat auch der Angeklagte. "Unter diese Teile, die normalerweise nicht für scharfe Waffen gedacht sind, schmuggelte er die unregistrierten Pistolenteile."

Mindestens 70 Pistolen der Marke Walther P22 soll er so produziert und verkauft haben. Für weitere 50 Pistolen lagen schon die Teile zuhause bei dem Arnsberger bereit. Sein Motiv: Geld. "Er hatte eine Doppelhaushälfte gekauft und zwei Autos finanziert", sagt der Staatsanwalt.

Abnehmer im Rockermilieu

Eine Hand hält eine der geschmuggelten Waffen, ein Pfeil deutet auf die fehlende Registriernummer

Eine der geschmuggelten Waffen - die Registriernummer fehlt

Abnehmer der Waffen sollen über Zwischenhändler, die jetzt auch mit vor Gericht stehen, Kriminelle aus ganz Deutschland gewesen sein – vor allem aus dem Rockermilieu. So vermutet die Polizei, dass die Waffen auch bei dem Hagener Rockerkrieg zwischen Bandidos und Freeway Riders zum Einsatz kamen.

Stand: 17.10.2019, 10:27