Ausgrabungen: Archäologische Sensation in Paderborn entdeckt

Bei einer Grabung in Paderborn wurden Scherben gefunden.

Ausgrabungen: Archäologische Sensation in Paderborn entdeckt

In Schloß Neuhaus im Kreis Paderborn sind über 2.000 Jahre alte Keramikscherben aus der Eisenzeit entdeckt worden. Sie sind die ersten Anzeichen für eine Siedlung vor dem Mittelalter.

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe spricht von einer archäologischen Sensation. Die große Menge der Scherben und die Machart zeigen eindeutig, dass es sich um Funde aus der Eisenzeit handelt. Es fehlen allerdings noch eindeutige Siedlungsspuren wie Brunnen, Feuerstellen und Häuser.

Funde nach Abrissarbeiten

Ein abgerissenes Pfarrhaus offenbart Reste eines mittelalterlichen Gebäudes

Bisher wussten die Archäologen nur von Siedlungen aus dem Mittelalter im heutigen Ortskern von Schloß Neuhaus. Diese Grabungen seien die erste Gelegenheit, einen Blick in die historischen Ursprünge des Ortes zu werfen. Aufgetreten sind die Funde beim Abriss eines alten Pfarrhauses im Kern der Altstadt.

Bruchstein-Keller freigelegt

Freigelegter Keller bei Ausgrabungen in Paderborn

Bei den Ausgrabungen wurden Siedlungsspuren aus den ersten Jahrhunderten nach Christus entdeckt sowie Reste von Gebäuden aus Mittelalter und früher Neuzeit. Die Archäologen legten beispielsweise zwei rechteckige Keller aus Bruchsteinen frei. Diese sind durch eine gut erhaltene Treppe zugänglich. Einige Bau- und Siedlungsreste im Westen des Areals wurden vermutlich sogar im 20. Jahrhundert noch benutzt.

Fachwerkhaus von 1681 gefunden

Laut LWL-Stadtarchäologin Sveva Gai haben in den freigelegten Gebäuden vermutlich sozial höher gestellte Menschen gewohnt. Vor den Ausgrabungen war bereits bekannt, dass hier seit 1681 ein Fachwerkhaus stand. Mit seinem mittleren Torbogen und zwei seitlichen Vorbauten ähnelte es wohl der Architektur des Paderborner Rathaus. Erbaut haben soll es der damalige Bürgermeister von Schloss Neuhaus.

Älteres Grundstück als gedacht

Ein Grabungstechniker legt bei Ausgrabungen in Paderborn ein Profil frei

Die Machart einer nun freigelegten Mauer deutet laut Gai darauf hin, dass sich an der Stelle des abgerissenen Pfarrhauses bereits zuvor ein Bauwerk befunden haben könnte. Sie vermutet, dass es sich dabei um einen Burgmannshof handelte: Eine Unterkunft für Menschen, die im Dienst des Bischofs standen.

Neubau ab März

Die Arbeiten an der Ausgrabungsstelle werden wohl noch einige Zeit in Anspruch nehmen, so der Landesverband. Im März nächsten Jahres sollen die Arbeiten für einen Neubau beginnen.

Stand: 09.11.2020, 16:04