Archäologen finden Urnengrab in Petershagen

Vermessungstechnikerin Ute Koprivc, Berufs-Archäologe Sven Spiong, Hobby-Archäologe Constantin Fried und ihr Fund in Petershagen

Archäologen finden Urnengrab in Petershagen

Von Jan Ahlers

  • Freizeitarchäologen finden Scherben auf Acker
  • Urnengrab aus Eisen- und Bronzezeit
  • 3.000 Jahre alte Knochenfragmente

Freiwillige Helfer des Vereins "Gesellschaft zur Förderung der Bodendenkmalpflege" haben auf einem frisch umgepflügten Acker in Petershagen (Kreis Minden-Lübbecke) Tonscherben einer Urne und menschliche Knochenteile gefunden.

Diskretion gegen Diebstahl

"Wir waren schon auf dem Rückweg, als uns die Scherben aufgefallen sind. Dann haben wir die Bereiche gesichert und markiert“, sagt Finder Daniel Bake. Da immer wieder Fundmaterial gestohlen werde, hielt er die genaue Ortsangabe zunächst geheim.

Fundstücke an die 3.000 Jahre alt

Am Dienstag (12.03.2019) traf Sven Spiong, hauptberuflicher Archäologe des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL), am zunächst geheim gehaltenen Fundort ein. Er schätzt, die Fundstücke könnten aus der Eisen- und Bronzezeit stammen und bis zu 3.000 Jahre alt sein. Sie sollen nun mit einer feinen Zahnbürste gereinigt und anschließend weiteren Untersuchungen unterzogen werden.

Perfektes Siedlungsgebiet seit Jahrtausenden

Für ihn ist es nicht überraschend, südlich von Windheim Spuren aus vergangenen Jahrtausenden zu finden: "Die Nähe zur Weser, der fruchtbare Boden und die leichten Erhöhungen machten diese Gegend schon zur Eisen- und Bronzezeit zu einem perfekten Siedlungsgebiet.

Profi-Archäologen suchen Gelände ab

Gut 40 Zentimeter der obersten Bodenschicht wurden an den Fundstellen entnommen, um weitere Spuren aus der Vergangenheit zu entdecken. Allerdings ohne Erfolg.

SIcherungsmaßnahmen für die Zukunft

Zudem wurde der Fundort mithilfe eines GPS-Messgerätes auf einer digitalen Karte vermerkt – eine vorsorgliche Maßnahme. Sollte aus dem jetzigen Kartoffelacker eines Tages Bauland werden, könnten die Archäologen vor dem Anrollen der Bagger jene Stelle dann auch in tieferen Erdschichten neu untersuchen.

Stand: 12.03.2019, 17:30