Unbefristete Arbeitsstelle mit Down-Syndrom

Mit Down Syndrom in den ersten Arbeitsmarkt Lokalzeit Südwestfalen 13.08.2019 03:53 Min. Verfügbar bis 13.08.2020 WDR Von Anke Bösenberg

Unbefristete Arbeitsstelle mit Down-Syndrom

Hanna ist Beiköchin und kocht täglich für 15 Menschen in einem Wohnheim für Menschen mit Behinderung. Sie ist 22 Jahre alt, lebt in Burbach im Siegerland bei ihren Eltern und hat das Down-Syndrom. Vor einem Monat hat sie eine unbefristete Stelle bekommen. Wir haben sie zum Interview getroffen.

WDR: Du hast eine unbefristete Stelle auf dem ersten Arbeitsmarkt bekommen. Was ist das für eine Stelle und was musst du dort tun?

Hanna Furchtmann: Ich arbeite als Beiköchin in einem Wohnheim für schwerbehinderte Erwachsene. Ich putze und bringe den Müll raus zu den Mülleimern. Danach gehe ich zur Großküche und koche für alle Bewohner, die da sind.

WDR: War es einfach, an diese Stelle zu kommen? Womit hast du deinen Arbeitgeber überzeugt?

Furchtmann: Nein, das war nicht leicht, aber ich habe die Stelle trotzdem bekommen. Ich habe meinen Charme spielen lassen. Mein Lebenslauf hat auch überzeugt, ich habe dort schon einmal ein Praktikum gemacht.

Die 22jährige Hanna Furchtmann aus Burbach im Siegerland hat das Down Syndrom, das ist gleichbedeutend mit einer 100prozentigen Schwerbehinderung. Sie hat trotzdem eine Ausbildung zur Beiköchen geschafft und arbeitet jetzt im unbefristeter Stelle als Beiköchin in einem Wohnheim für Menschen mit Behinderung.

 WDR: Musstest du sehr kämpfen, um als Mensch mit Down-Syndrom so weit zu kommen?

Furchtmann: Ja. Es ist nicht leicht, mit Down-Syndrom so weit zu kommen. Darum bin ich stolz auf mich.

WDR: Wirst du oft von Menschen im Allgemeinen unterschätzt, weil du das Down-Syndrom hast?

Furchtmann: Ja, ich werde oft von anderen Menschen unterschätzt. Sie sehen meist nicht, wie ich wirklich bin und sind erstaunt, dass ich eine ganz normale Arbeit habe. Ich kann damit umgehen und akzeptiere mich so wie ich bin.

WDR: Viele Frauen wollen ihr Kind nicht, wenn sie erfahren, dass es das Down Syndrom hat. Deine Eltern haben sich für dich entschieden. Kannst du verstehen, wenn Familien kein Kind mit Down-Syndrom bekommen möchten?

Furchtmann: Ich kann es nicht verstehen und die Frage mit einem klaren "Nein" beantworten. Ich frage mich, warum Menschen kein Kind mit Down-Syndrom haben möchten. Wir sind doch auch ein Geschenk Gottes.

WDR: Was wünschst du dir von anderen Menschen im Umgang mit dem Down-Syndrom?

Furchtmann: Die Menschen sollen wissen, dass es viele Menschen mit dem Down-Syndrom gibt und sie sollten erkennen, dass es nicht schlimm ist, mit dem Down-Syndrom zu leben. Es ist doch egal, denn jeder Mensch hat Schwächen und Fehler. Ich finde es nicht schlimm, mit dem Down-Syndrom zu leben. Wir Menschen mit Down-Syndrom bekommen oft mit, dass über uns geredet wird. Ich lasse die aber einfach reden und höre nicht hin.

Das Interview führte Anke Bösenberg.

Stand: 26.07.2019, 11:57