Bielefeld: Anti-Corona Mund-Rachenspülung entwickelt

Mundspülung neben Coronavirus Symbolbild

Bielefeld: Anti-Corona Mund-Rachenspülung entwickelt

Eine neu entwickelte Mundspülung des Pharma-Herstellers Dr. Wolff kann die Ansteckungsgefahr mit Corona reduzieren. Sie soll in Bielefelder Kliniken eingesetzt werden.

Das Mittel wurde zusammen mit der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenkunde am Klinikum Bielefeld erforscht. Die Menge der Viren im Mund- und Rachenraum werde damit um bis zu 90 Prozent reduziert, teilte das Unternehmen Dr. Wolff mit.

Die Mund-Rachenspülung sei an Covid-19 Patienten getestet worden. Die ersten Untersuchungsergebnisse seien vielversprechend. Nicht nur sinke die Viruslast, auch die Ansteckungsgefahr könne gesenkt werden. Es sollen weitere Studien durchgeführt werden.

Effekt von Gurgeln ist kurzfristig

Die Idee ist nicht neu. Einige herkömmliche Mundspülungen können laut Wissenschaftsexperten von Quarks die Viruslast im Rachen reduzieren, wodurch Infizierte weniger ansteckend sind - allerdings wohl nur kurzfristig. Denn das Virus gelangt innerhalb weniger Minuten in den Rachen. Dort sitzt es in den Zellen. Das Virus lässt sich dann nicht mehr wegspülen.

Unter bestimmten Bedingungen ist das Gurgeln trotzdem sinnvoll, zum Beispiel beim Zahnarzt. Dort müssen Patienten schon seit längerem vor der Behandlung gurgeln, da das Personal somit zumindest kurzfristig vor einer Infektion geschützt ist.

Einsatz in Bielefelder Kliniken

Der Pharma-Hersteller Dr. Wolff hat bereits 10.000 Fläschchen der neuen Mundspülung für den Einsatz in Bielefelder Krankenhäusern wie dem evangelischen Klinikum Bethel und dem Franziskus-Hospital gespendet, wo das Mittel auf den Stationen von Patienten und Mitarbeitern genutzt werden kann. Ab Montag soll die Anti-Virus-Mund-Rachenspülung in den Handel kommen.

Ergänzung der Schutzmaßnahmen

Das Mittel soll Hilfe im Klinikalltag bieten, sagt Michael Ackermann, Geschäftsführer des Klinikums Bielefeld. Eine Impfung ersetze sie laut dem Unternehmen Dr. Wolff nicht, aber sie könne die Schutzmaßnahmen ergänzen. Sie sei dort geeignet, wo es besonderen Schutz brauche - nicht nur in Kliniken, sondern auch in Altenheimen und Schulen.

Stand: 07.01.2021, 10:35