Anklage nach Verfolgungsjagd im Münsterland

Der Eingang des Justizzentrums Münster mit dem Schriftzug der Staatsanwaltschaft Münster links neben der gläsernen Tür.

Anklage nach Verfolgungsjagd im Münsterland

  • Vorwurf des versuchten Mordes
  • Verfolgung über Bundesstraße 54
  • Gelungene Flucht nach Polen

Die Staatsanwaltschaft Münster hat Anklage wegen versuchten Mordes gegen einen 49-jährigen Mann aus Polen erhoben. Bei einer Verfolgungsjagd im Januar soll er bewusst den möglichen Tod einer Zollbeamtin in Kauf genommen haben.

Ausgangspunkt war eine Zollkontrolle in Gronau. Dabei war der zuvor mit zwei Haftbefehlen gesuchte Mann mit hoher Geschwindigkeit und teilweise über die Gegenspur auf der Bundesstraße 54 geflüchtete. Eine Zollbeamtin nahm die Verfolgung auf.

Zollwagen gerammt

Als sie auf gleicher Höhe neben dem Fluchtwagen war, soll der Flüchtige bei Tempo 120 km/h versucht haben, den Wagen der Beamtin zu rammen und in den Gegenverkehr zu drängen. Den Zusammenstoß mit einem entgegenkommenden Lkw konnte sie nur durch ein heftiges Bremsmanöver verhindern. Die Staatsanwaltschaft wertet das Verhalten des Beschuldigten in dieser Situation als Mordversuch.

Gestellt werden konnte der Mann erst durch einen künstlich verursachten Stau, den der Flüchtige über den Standstreifen passieren wollte. Dabei rammte er einen Transporter, dessen Fahrer dabei verletzt wurde. Wie sich herausstellte war der 49-Jährige in einem gestohlenen Wagen und mit Rauschgift im Gepäck unterwegs.

Erneute Flucht

Das Polizeigebäude in Gronau.

Der Polizei in Gronau konnte der Mann entkommen

Stunden später konnte er aber aus dem Polizeigewahrsam in Gronau nach Polen flüchten. Dort wurde er dann aufgrund eines Europäischen Haftbefehls festgenommen und nach Deutschland überstellt. Zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen hat er sich bisher nicht geäußert.

Stand: 08.11.2019, 13:26