Tierquälerei: Anklage gegen Teckelclub Lemgo

Anklage gegen Teckelclub Lemgo Lokalzeit OWL 15.09.2021 Verfügbar bis 22.09.2021 WDR Von Thomas Wöstmann

Tierquälerei: Anklage gegen Teckelclub Lemgo

In einem Teckelclub in Lemgo sollen Füchse nicht artgerecht gehalten worden sein. Sie werden zur Ausbildung von Jagdhunden gejagt. Die Staatsanwaltschaft Detmold hat jetzt Anklage erhoben.

Dem Betreiber der so genannten Schliefenanlage wird Tierquälerei vorgeworfen. Die Tierschutzorganisation PETA hatte Ende Januar Strafanzeige gegen den damaligen Vorsitzenden des Lemgoer Teckelclubs als Hauptverantwortlichen erstattet.

In einem Video ist eine Füchsin mehr als 20 Minuten lang in einem eigens angelegten Labyrinth zu sehen. Auf dieses Video stützt sich PETA in der Anzeige.

Stress und Todesängsten ausgesetzt

Das Tier ist großem Stress und Todesängsten ausgesetzt, heißt es in einem Gutachten des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW. Panik wechsele mit Apathie. Auch seien die Käfige für die Füchse zu klein, sie würden nicht artgerecht allein gehalten.

Club weist Vorwürfe zurück

Der Teckelclub in Lemgo weist Vorwürfe der Tierquälerei zurück. Das Video gebe ein verfälschtes Bild wieder. Der Fuchs wirke durch das starke Kameralicht verunsichert.

Teckelclub: Den Füchsen geht es gut

Vereinsvorsitzender Ralf Hohmeyer hält die Vorwürfe von PETA für haltlos. Die Füchse seien tiefenentspannt und so konditioniert, dass für sie kein Stress entstehen könne. Der Verein zeigte dem WDR die angeblich gequälten Tiere. Sie werden in Gehegen auf dem Gelände der Anlage gehalten. Die Botschaft des Teckelclubs lautet hier: den Füchsen geht es gut.

Lokalzeit OWL | 15.09.2021 Lokalzeit OWL 15.09.2021 29:15 Min. Verfügbar bis 22.09.2021 WDR

PETA: Verstoß gegen Tierschutzgesetz

Anders sehen das die Tierschützer. Wildtierprofis hätten ihnen die Feststellungen aus dem Gutachten bestätigt, so Nadja Michler von PETA. Gegen die Schliefenanlage in Lemgo wolle man per se vorgehen, so Michler. "Hunde sind die Todfeinde von Füchsen. In deren Gegenwart haben sie Angst, sie haben Angst in Gegenwart von Menschen." Das Verhalten, das die Tiere auf der Lemgoer Anlage zeigen, ergebe eindeutig einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.

Tierschützer für die Schließung von Schliefenanlagen

In der Schliefenanlage werden Füchse gefangen gehalten und eingesetzt, um Jagdhunde für die so genannte Baujagd auszubilden. Rund 100 solcher Anlagen soll es noch in Deutschland geben. Tierschützer setzen sich für ihre Schließung ein.

Demnächst wird am Amtsgericht Lemgo verhandelt, ob es sich bei den Vorwürfen gegen die Anlage in Lemgo tatsächlich um Tierquälerei handelt.

Jagd auf dem Prüfstand Planet Wissen 10.01.2017 59:00 Min. Verfügbar bis 10.01.2022 SWR

Stand: 16.09.2021, 08:32