Mutmaßliche rechtsextreme "Gruppe S." angeklagt

Justizia mit blauem Himmel im Hintergrund

Mutmaßliche rechtsextreme "Gruppe S." angeklagt

Die Generalbundesanwaltschaft hat Anklage gegen die mutmaßlich rechtsextreme "Gruppe S." erhoben. Unter den zwölf Angeklagten sind zwei Männer aus Minden. Sie sollen Mordanschläge geplant haben.

Im Februar hatte die Polizei die beiden mutmaßlichen Rechtsterroristen festgenommen - direkt nach einem Treffen in Minden. Ein V-Mann hatte die Ermittler darüber informiert, dass dabei konkret über Attentate auf Moscheen gesprochen worden war, die verübt werden sollten.

Prozess unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen

Laut Anklageschrift gilt der Gastgeber des Treffens als Mitbegründer der Terrorgruppe, sein Bekannter als einfaches Gruppenmitglied. Als Rädelsführer werden sie nicht eingestuft. Der Prozess könnte bald beginnen - vermutlich unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen.

Dritter Verdächtiger beging Suizid

Ein dritter Mann aus Porta Westfalica-Kleinenbremen, der seinerzeit auch dabei gewesen sein soll und festgenommen worden war, kann nicht mehr angeklagt werden. Er hatte im Sommer in der Untersuchungshaft Haft Suizid begangen.

Terrorprozess in Stuttgart

Insgesamt sollen sich zwölf Männer vor dem Oberlandesgericht Stuttgart wegen Mitgliedschaft und Unterstützung einer rechtsterroristischen Vereinigung verantworten. Das OLG muss nun über die Anklage entscheiden. Zuerst hatte der SWR darüber berichtet.

Anschläge auf Habeck und Hofreiter geplant

Die Verdächtigen waren bei Razzien im Februar in sechs Bundesländern festgenommen worden und in Untersuchungshaft gekommen, weil sie Anschläge auf Politiker, Asylbewerber und Muslime ins Auge gefasst haben sollen. Nach Informationen des SWR waren auch Politiker wie Robert Habeck und Anton Hofreiter das Ziel.

"Bürgerkriegsähnliche Zustände"

Der Generalbundesanwalt hatte nach den Durchsuchungen gesagt, dass durch Anschläge auf Politiker, Asylsuchende und muslimische Menschen offenbar "bürgerkriegsähnliche Zustände" herbeigeführt werden sollten. Das Vorhaben sei aber noch nicht näher konkretisiert gewesen.

Thomas N. aus Minden

Nach Angaben der Bundesanwaltschaft vom Februar hatten sich die Männer in Chats und telefonisch ausgetauscht. Mehrere Treffen seien vom damals 53-jährigen Werner S. aus dem Raum Augsburg koordiniert worden, zum Teil unterstützt von Tony E. aus Niedersachsen. Zum Kern der Gruppe habe auch Thomas N. aus Minden gehört.

Stand: 12.11.2020, 17:25