575-fache Beleidigung: Zurück aus Abschiebehaft in Afrika

Stand: 18.01.2022, 17:15 Uhr

Ein Mann ist wegen hundertfacher Beleidigung angeklagt. Er floh in den Senegal, wo er bis vor Kurzem in Abschiebehaft saß.

Der 62-jährige soll den Testamentsvollstrecker seiner verstorbenen Mutter in mehreren hundert E-Mails beleidigt haben. Deshalb saß er in Deutschland bereits in Untersuchungshaft. Nach seiner Entlassung floh er nach Afrika, wo er freiberuflich arbeitete. International wurde nach dem Mann gefahndet, schließlich wurde er im Senegal gefunden. Dort saß er bis vor Kurzem in Abschiebehaft.

Erbschaftsstreit löste Hass-Mails aus

2016 war es zu einem Streit über das Testament der verstorbenen Mutter des Mannes gekommen. Er beschwerte sich über den ihm zugewiesenen Erbanteil und beleidigte vor allem den Testamentsvollstrecker mit zahlreichen Hassmails. Er ist darum wegen insgesamt 575-facher Beleidigung angeklagt.

Haftbeschwerde abgelehnt

Nun wurde er ausgeliefert und ist zurück in Deutschland, wo er sich vor dem Amtsgericht Herford verantworten muss. Zwischendurch hatte er Haftbeschwerde eingelegt und die Haftbedingungen im Senegal beklagt. Diese Beschwerde hat das Oberlandesgericht Hamm allerdings zurückgewiesen – der Mann sei schließlich selbst für seine Flucht verantwortlich.

Nun soll der Mann in die Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Brackwede gebracht werden. In zwei Wochen beginnt der Prozess vor dem Amtsgericht Herford.

Hinweise der Redaktion: In einer früheren Version hatten wir geschrieben, dass der Beschuldigte aus Herford kommt. Diese Angabe war falsch und wurde korrigiert.