Post-Intensiv-Ambulanz an der Uniklinik Münster

Krankenpflegerin auf einer Intensiv-Station für Covid-19-Patient*innen

Post-Intensiv-Ambulanz an der Uniklinik Münster

Die Uniklinik Münster hat eine neue Anlaufstelle für Patienten geschaffen, die nach einer Behandlung auf der Intensivstation unter Folgeschäden leiden. Das können auch Long-Covid-Patienten sein.

Zwei Angestellte des Uniklinikums Münster sitzen während der Kundgebung an einem schwarzen Tisch

Patient Karl-Ludwig Liesenklas mit Dr. Melanie Meersch-Dini

Karl-Ludwig Liesenklas lag nach Entfernung eines Tumors im Kopf elf Wochen lang auf der Intensivstation. Er hatte gleich mehrere schwere Komplikationen: Lungenembolie, akutes Nierenversagen, künstliche Beatmung. Seinen rechten Arm kann der 57-Jährige Recklinghäuser bis heute nicht richtig bewegen.

Betroffener will Mut machen

"Ich lebe in einer vollkommen veränderten Situation und habe Einschränkungen, klar. Aber ich bin weich gefallen und will anderen Mut machen." Liesenklas ist einer der ersten Patienten, die in der neuen Post-Intensiv-Ambulanz behandelt werden. Die Ambulanz an der Uniklinik Münster ist die zweite ihrer Art in Deutschland, die andere ist an der Berliner Charité.

Ein Patient wird künstlich beatmet

Etwa 3.500 Intensivpatienten im Jahr an der Uniklinik Münster

Jährlich werden in Deutschland rund zwei Millionen Patienten auf Intensivstationen behandelt. An der Uniklinik Münster sind es etwa 3.500 pro Jahr. Davon erleidet etwa die Hälfte ein Organversagen, aus dem sich schnell eine chronische Erkrankung entwickeln kann. Den Betroffenen ist es dann oft nicht mehr möglich, ihren gewohnten Alltag wieder aufzunehmen.

Hilfe auch für Long-Covid-Patienten

In der Post-Intensiv-Ambulanz versucht das Team um Leiterin Dr. Melanie Meersch-Dini, weitere Komplikationen zu verhindern und für die Patienten den Alltag erträglicher zu machen. Beteiligt sind Ärzte verschiedener Fachdisziplinen. "Long-Covid-Patienten behandeln wir auch, aber nur im Falle von schweren Folgeschäden wie zum Beispiel Nierenversagen oder chronische Niereninsuffizienz", erklärt Meersch-Dini.

Stand: 14.09.2021, 18:08