Weihnachten in Südwestfalen: Tipps für Zuhause

Kirchenschiff mit Tannenzweigen und Weihnachtsbaum

Weihnachten in Südwestfalen: Tipps für Zuhause

Von Christian Hoeper

Weihnachten unter Corona-Bedingungen bedeutet für viele Menschen vor allem Verzicht. Theologe Alexander Sieler aus Lennestadt gibt deshalb Tipps für ein alternatives Fest in diesen Zeiten.

Die Kirchengemeinden sind bei der Gestaltung des diesjährigen Weihnachtsfestes kreativ geworden. Im Interview macht Theologe Alexander Sieler Hoffnung auf das weihnachtlichste Weihnachten überhaupt.

Alexander Sieler, Theologe und Leiter des Jugendspirituellen Netzwerks TABOR aus Lennestadt

Alexander Sieler, 33 Jahre alt, ist in Attendorn geboren und in Finnentrop aufgewachsen. Er ist Theologe und Leiter des "Jugendspirituellen Netzwerks TABOR" aus Lennestadt, sowie wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni Siegen.

WDR: Viele Menschen fürchten dieses Weihnachten auf Familientreffen und Gottesdienste verzichten zu müssen. Stellenweise fallen die Gottesdienste aus, anderswo sind sie ausgebucht. Welche Möglichkeiten gibt es da?

Alexander Sieler: In vielen Gemeinden werden die Weihnachtsmessen zusätzlich gestreamt. Zum Beispiel in Wenden. Es gibt auch "Open-Air-Gottesdienste", beispielsweise in den Attendorner Dörfern, im Parkhaus am Siegener Löhrtor, in einem Zirkuszelt in Freudenberg oder einer Reithalle in Kreuztal.

Zudem stehen die Kirchen auch tagsüber immer auf! So hat jeder die Möglichkeit, ganz persönlich sein Weihnachten in der Kirche zu feiern.

WDR: Abseits der klassischen Gottesdienste, was haben sich die Kirchen noch zu Weihnachten einfallen lassen?

Jemand zündet eine Kerze an.

Das Friedenslicht von Betlehem.

Sieler: In den Kirchen stehen Dinge zum Mitnehmen: Texte und Kerzen, häufig auch das Friedenslicht von Betlehem. Neben den klassischen Krippen, die man besuchen kann, stehen in den Kirchen besondere Musik- und Lichtinstallationen. In Oberhundem sogar ein ganzer Rundgang durch den Kurpark.

Außerdem gibt es den digitalen Adventskalender mit Impulsen und Videos fürs Smartphone. Wir haben mit TABOR einen Podcast produziert. Viele Gemeinden veröffentlichen seit Wochen Texte und Videos über soziale Medien.

WDR: Haben Sie konkrete Tipps wie ich auch an Heiligabend noch in Weihnachtsstimmung komme?

Sieler: Auf das besinnen, was man früher gemacht hat. Zum Beispiel eine Krippe aufstellen, eine Kerze anzünden, gemeinsam beten und Weihnachtslieder singen. Ich empfehle, die Weihnachtsgeschichte aus Kapitel zwei des Lukasevangeliums zu lesen.

In den Tageszeitungen liegt zudem eine Weihnachtsbeilage mit einer Andacht. Daneben bietet das Internet sehr viele Ideen. So kann ich mir eben auch den Gottesdienst nach Hause holen und über Internet oder Fernsehen mitfeiern.

Eine Frau sitzt einsam vor einem Tannenbaum und schaut auf ein Telefon

Manchmal hilft schon ein Anruf.

Ich kann an Bedürftige denken, Nachbarschaft, Freunde, Menschen, die alleine sind, sie anrufen und Hilfe anbieten. Oder eben auch eine der vielen Hilfsorganisationen unterstützen.

So kann es das weihnachtlichste Weihnachten überhaupt werden! Es geht darum, Liebe ins Herz zu lassen und das in Beziehungen zu Gott, zu mir und meinen Mitmenschen zu leben!

Das Interview führte Christian Hoeper.

Stand: 23.12.2020, 19:27