Bielefeld: ALDI-Marktleiter darf nicht in Teilzeit arbeiten

Bielefeld: ALDI-Marktleiter darf nicht in Teilzeit arbeiten

  • Marktleiter wollte Vollzeitstelle reduzieren
  • Arbeitsgericht lehnte Antrag ab
  • Kläger will in Berufung gehen

Der Handelskonzern ALDI Nord hat am Mittwoch (08.05.2019) einen Arbeitsgerichts-Prozess gegen einen Marktleiter gewonnen. Der 60-jährige aus Bad Salzuflen wollte wegen zunehmender gesundheitlicher Probleme gerne in Teilzeit arbeiten und seine Vollzeitstelle auf 80 Prozent reduzieren. ALDI hatte dies abgelehnt.

Gericht folgte dem Antrag des Klägers nicht

Der Filialleiter wollte nur sechs Stunden täglich arbeiten und bezog sich auf das - aus seiner Sicht - gesetzlich verankerte Recht, Arbeitgeber müssten auch Führungskräften grundsätzlich Möglichkeiten für Teilzeitarbeit anbieten.

ALDI Nord dagegen hatte argumentiert, der Antrag auf einen Sechs-Stunden-Tag verstoße gegen eine Betriebsvereinbarung, die feste Arbeitszeiten nicht vorsehe. Das Bielefelder Arbeitsgericht lehnte den Antrag des Klägers ab. Das Urteil wurde bei der Verkündung nicht begründet.

Kläger will in Berufung gehen

Mit dem Urteil will sich der langjährige Mitarbeiter des Handelsunternehmens nicht zufrieden geben und hat Berufung angekündigt. Viele weitere seiner Kolleg*innen würden gerne in Teilzeit arbeiten, deshalb habe sein Fall Präzedenzcharakter. Mindestens eine weitere Filialleiterin in Ostwestfalen-Lippe klagt ebenfalls auf Teilzeit bei ALDI.

Stand: 08.05.2019, 17:03