Aldi Nord: Eilantrag des Betriebsrats abgelehnt

Behindert ALDI-Nord die Betriebsratsarbeit? 02:35 Min. Verfügbar bis 23.10.2020

Aldi Nord: Eilantrag des Betriebsrats abgelehnt

  • Arbeitsgericht lehnt Antrag gegen Aldi Nord ab
  • Betriebsrat hatte auf Unterlassung geklagt
  • Gewerkschaft Verdi sieht Hetzkampagne

Das Arbeitsgericht Siegen hat am Mittwochnachmittag (23.10.2019) einen Eilantrag des Betriebsrats von Aldi Nord in Bad Laasphe abgelehnt: Der wollte mit seiner Klage erreichen, dass die Betriebsratsarbeit nicht mehr durch anonyme Anschuldigungen behindert wird.

Urheber nicht auszumachen

Der Betriebsrat konnte nicht nachweisen, dass der Arbeitgeber Urheber dieser Anschuldigungen ist. Der Anwalt argumentierte zwar damit, dass Infoschreiben und Unterschriften nur mit Kenntnis der Aldi-Geschäftsführung möglich sind.

Dem Gericht war das aber zu wenig, um einem Eilantrag auf Unterlassung gegen den Discounter statt zu geben. In einem anonymen Schreiben wurde dem Betriebsrat unterstellt, er behindere Investitionen und Neuerungen.

Streitpunkt: Neues Arbeitszeitmodell

Der Betriebsrat der Aldi-Regionalgesellschaft in Bad Laasphe mit rund 60 Filialen und 1.050 Mitarbeitern wehrt sich seit Jahren gegen ein neues Arbeitszeitmodell und will keine Betriebsvereinbarung dazu unterschreiben. Aldi Nord verlangt flexible Arbeitszeiten zwischen 4 und 23 Uhr.

In 30 anderen Regionalgesellschaften ist das neue Modell inzwischen umgesetzt. In Siegen-Wittgenstein und Teilen des Sauerlands hat der Bad Laaspher Betriebsrat das bislang verhindert.

Angebliche Hetzkampagne

Als Reaktion auf diesen Streit hatten einige Mitarbeiter anonym eine Unterschriftenaktion gegen den Betriebsratsvorsitzenden gestartet. Darin wird ihm Eigennutz zum Schaden der Mitarbeiter und des Unternehmens unterstellt. Er handele selbstherrlich, verhindere Investitionen und gefährde Arbeitsplätze.

Reporter Andreas Reichenau über den Streit bei Aldi Nord

00:30 Min. Verfügbar bis 23.10.2020

Die Gewerkschaft Verdi ist der Meinung, dass diese Aktion nicht von den Mitarbeitern ausgeht, sondern von der Geschäftsführung gesteuert wurde. Sie spricht von einer Hetzkampagne zur Verunglimpfung des Betriebsrats.

Aldi-Nord bestritt die Vorwürfe in einem Schreiben an den WDR am Montag (21.10.2019). "Aufforderungen an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sich gegen den Betriebsrat oder einzelne seiner Vertreter zu positionieren, gab und gibt es nicht", heißt es dort.

Stand: 23.10.2019, 17:28