Brisanter Zufallsfund im Bistumsarchiv Münster

Aktenstapel am Sozialgericht in Berlin

Brisanter Zufallsfund im Bistumsarchiv Münster

Im Fall eines mehrfach wegen Kindesmissbrauchs verurteilten Priesters ist im Bistum Münster überraschend eine bisher unbekannte Akte aufgetaucht, und zwar bei Umräumarbeiten.

Ein Mitarbeiter habe sie am 15. Januar im Bistumsarchiv entdeckt, erklärte am Freitag ein Bistumssprecher. Eine Kopie der Akte sei am Freitag an das Erzbistum Köln gesandt worden, dass sich federführend mit dem Missbrauch durch diesen Pfarrer beschäftigt.

250 Seiten dickes Papier

Die Akte umfasst rund 250 Seiten und steht nun der unabhängigen Historikerkommission zur Verfügung, die den sexuellen Missbrauch im Bistum Münster aufarbeiten soll.

Zwei Mal rechtskräftig verurteilt

Der heute 87-Jährige, zu dem die Akte gehört, war Priester des Erzbistums Köln. Obwohl er bereits 1972 und 1988 rechtskräftig wegen sexuellen Missbrauchs an Kindern verurteilt wurde, wirkte er den Angaben zufolge über Jahrzehnte weiter als Priester im Erzbistum Köln sowie in den Diözesen Essen und Münster, hier unter anderem in Bocholt und Westerkappeln.

Nach einem kirchlichen Strafverfahren hatte der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki den Geistlichen im Dezember 2020 aus dem Klerikerstand entlassen.

Stand: 22.01.2021, 16:46