Aftetalbrücke bei Bad Wünnenberg freigegeben

Die Aftetalbrücke bei Bad Wünnenberg als Teil der neuen Ortsumgehung

Aftetalbrücke bei Bad Wünnenberg freigegeben

Jahrelang haben die Menschen in Bad Wünnenberg darauf gewartet, dass ihre Ortsumgehung freigegeben wird. 78 Millionen Euro hat der Bau gekostet. Nun gibt es erste Erfahrungen.

Wer durch Bad Wünnenberg im Kreis Paderborn fährt, sieht die große Brücke über das Aftetal. Drüber fahren konnte bisher niemand. Für Pendler, Lkw-Fahrende und die Menschen in Bad Wünnenberg war der Blick auf die Aftetalbrücke lange ein Blick in die Zukunft.

Fast 800 Meter lange Brücke

Genau 785,50 Meter ist die Brücke lang und bis zu 70 Meter hoch - sie liegt auf dicken Pfeilern und führt über das Tal, durch das sich die Afte schlängelt. Seit Ende Dezember ist die Brücke nun offiziell freigegeben.

Bundesstraße führt durch Kurort

Zur Freigebung der Aftetalbrücke in Bad Wünnenberg wird feierlich ein Band durchschnitten

Landrat Christoph Rüther, Vertreter des Bundesverkehrsministeriums Erhard Zangl, Ortsvorsteherin Maria Junge, Bürgermeister Christian Carl, Staatssekretär Hendrik Schulte, Ex-Bürgermeister Winfried Menne

Bisher führte die Bundesstraße mitten durch Bad Wünnenberg. Viele Menschen, die in den Hochsauerlandkreis pendeln, mussten durch den Kurort fahren. Zwischen malerischen Fachwerkhäusern in der Stadt fuhr ein Lkw nach dem anderen über die Straße. Die B480 folgt dem historischen Streckenverlauf.

Für Kurgäste und Bad Wünnenberger war das ärgerlich: Viel Lärm, viel Abgasbelastung. Beim Landesbetrieb Straßen.NRW, der für den Bau der Ortsumgehung zuständig ist, gingen zuletzt immer wieder Anfragen von Anwohnern ein: Wann ist die neue Strecke denn endlich fertig?

80 Prozent weniger Schwerverkehr in Bad Wünnenberg

Ein Verkehrsgutachten geht davon aus, dass drei Viertel des Durchgangsverkehrs im Ort nun wegfallen werden. Ein Großteil davon ist der Schwerlastverkehr - demnach sollen bald 80 Prozent weniger Lkw als bisher in der Stadt unterwegs sein.

Und die ersten Erfahrungen mit der neuen Umgehung scheinen das zu bestätigen: Nach Aussage von Bürgermeister Christian Carl sind zumindest die vielen Lkw schon wenige Wochen nach Eröffnung der Ortsumgehung fast völlig aus dem Ort verschwunden. Es sei jetzt viel ruhiger und der Weg zur Arbeit deutlich schneller. Und den Landesbetrieb Straßen NRW als Bauträger erreichen offenbar sogar Briefe, in denen sich Menschen für die neue Ortsumgehung bedanken.

Ausgleich für die Natur

Für die 6,8 Kilometer lange Strecke musste viel Fläche erschlossen werden, Areal in einer Größe von etwa 50 Fußballfeldern.

Deswegen muss ein gleichwertiger Ausgleich für die Umwelt geschaffen werden. Straßen.NRW legt neue Wälder in der Umgebung an, außerdem wurde ein Teil der Afte renaturiert. Zusätzlich werden neue Brutmöglichkeiten für Feldlerchen geschaffen.

Brut der Feldlerchen ging vor

Diese Tiere brüten nämlich eigentlich im Bereich der Brücke. Das hat den Bau der Bad Wünnenberger Ortsumgehung nicht eben vereinfacht. Erdarbeiten durften nur stattfinden, wenn die Vögel gerade keine Brutzeit hatten, also letztlich nur in den Herbst- und Wintermonaten. Normalerweise finden solche Arbeiten im Sommer statt.

NRWs unbekannte Natur Quarks 07.08.2018 42:20 Min. UT DGS Verfügbar bis 07.08.2023 WDR

Stand: 13.01.2022, 08:50