Münsters AfD-Bezirkschef soll Amt verlieren

Fotoportrait von AfD-Politiker Steffen Christ, der an der Kamera vorbeiblickt

Münsters AfD-Bezirkschef soll Amt verlieren

  • Vorwurf: rechtsextreme Äußerungen
  • Schiedsgericht muss entscheiden
  • Betroffener widerspricht Vorwürfen

Der AfD-Landesvorstand fordert eine Ämtersperre für Münsters Bezirkschef, Steffen Christ. Anlass sind nach Parteiangaben unter anderem rechtsextreme Äußerungen. Über die am Dienstagabend (12.03.2019) vom Landesvorstand beantragte Ämtersperre für Christ muss das Landesschiedsgericht entscheiden. Bis dahin darf er Bezirkschef bleiben.

Auch Parteiausschluss stand zur Diskussion

Zunächst habe man auch über einen Parteiausschluss diskutiert, sagte der AfD-Landessprecher Helmut Seifen aus Gronau am Mittwochvormittag dem WDR. Es gehe um Chat-Protokolle, wonach Christ sich unter anderem über homosexuelle Flüchtlinge herablassend geäußert haben soll.

"Sprachduktus nicht akzeptabel"

Insgesamt sei dessen "Sprachduktus nicht akzeptabel", entschied der Landesvorstand. Er will weitere Chat-Protokolle auswerten und damit auch weitere Fälle aus der Region prüfen.

Steffen Christ weist Vorwürfe zurück

Steffen Christ weist die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück. Äußerungen, die er in geschlossenen Chatgruppen zu Asylthemen gemacht habe, seien verkürzt und sinnverdreht wiedergegeben worden, sagte Christ auf WDR-Anfrage. Er lehne NS-Ideologie zutiefst ab, sagte er. Der AFD-Mann aus Münster spricht von Nebelkerzen und Stasi-Methoden im parteiinternen Machtkampf.

Stand: 13.03.2019, 18:10

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