Deutscher Ärztetag in Münster zu Ende gegangen

Theodor Windhorst von der Ärztekammer Westfalen-Lippe auf dem Deutschen Ärztetag 2019 in Münster

Deutscher Ärztetag in Münster zu Ende gegangen

  • Berufsgeheimnis von Ärzten soll geschützt bleiben
  • Ausbildungsoffensive gefordert
  • Rauchverbot im Auto, wenn Kinder mitfahren

In Münster ist am Freitag der 122. Deutsche Ärztetag zu Ende gegangen. Am letzten Tag fassten die Delegierten zahlreiche gesundheits- und sozialpolitische Beschlüsse.

Warnung vor Aushöhlung des Berufsgeheimnisses

Unter anderem warnte der Ärztetag vor einer Aushöhlung des Berufsgeheimnisses der Ärzte durch das Bundeskriminalamtsgesetz sowie die neuen Polizeigesetze der Länder. Diese seien für das Vertrauensverhältnis zwischen Patienten und Ärzten ausgesprochen gefährlich, betonten die Abgeordneten in einem Beschluss.

Kommentar: Nehmt den Ärzten den Druck

WDR 4 Zur Sache 29.05.2019 01:52 Min. Verfügbar bis 28.05.2020 WDR 4

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Ausbildungsoffensive gefordert

Jens Spahn redet beim Ärztetag in Münster

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn musste sich auf dem Ärztetag auch Kritik anhören

Außerdem wies der Ärztetag auf den gravierenden Pflegekräftemangel in deutschen Krankenhäusern hin. Sogar auf Intensivstationen sei das benötigte Personal zur Zeit "schlichtweg nicht verfügbar". Der Deutsche Ärztetag fordert deshalb eine Ausbildungsoffensive für Pflegekräfte, bessere Arbeitsbedingungen und eine höhere Vergütung. Ähnliches gelte auch für die medizinischen Fachangestellten in Arztpraxen.

Telemedizin besser überprüfen

Der Ärztetag äußerte sich zudem kritisch zu zahlreichen neuen Online-Anwendungen im medizinischen Bereich. Hier sei eine echte "Goldgräberstimmung" ausgebrochen, wie zum Beispiel die Krankschreibung per Messenger-Dienst. Die Möglichkeiten der Telemedizin dürfen selbstverständlich genutzt werden, sollten aber das bisherige Zusammenspiel von Arzt und Patient nur ergänzen und nicht ersetzen.

Warnung vor Parallelstrukturen

Ein Mann steht auf einer Bühne vor Publikum, hinter ihm eine große Leinwand.

Die Delegierten fassten beim Ärztetag zahlreiche Beschlüsse

Der Deutsche Ärztetag forderte, Titel und Bezeichnungen von Ärzten nicht mit anderen Heilberufen zu vermischen. Auch Fachärzte für Frauenheilkunde und Geburtshilfe seien zum Beispiel im eigentlichen Sinne Geburtshelfer. Dies müsse berücksichtigt werden, wenn immer häufiger Studiengänge für Heilberufe eingeführt würden, wie zum Beispiel für den Beruf der Hebamme. Ärzte und andere Heilberufe müssten sich auch künftig ergänzen - es dürfe nicht zu Parallelstrukturen kommen, so das Ärzteparlament.

Stand: 31.05.2019, 19:01

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