Ärztemangel in NRW - besonders auf dem Land

Ein Arzt misst einer Patientin den Blutdruck

Ärztemangel in NRW - besonders auf dem Land

  • Große Unterschiede bei der Ärzteversorgung in NRW
  • Dünnstes Ärztenetz in Westfalen-Lippe
  • Besonders wenige Hausärzte in Herford

Während das Ärztenetz in großen Städten in Nordrhein-Westfalen etwas dichter geworden ist, läuft die ärztliche Versorgung auf dem Land weiterhin schlecht. Das zeigen neu herausgegebene Zahlen des Bundesarztregisters von Ende 2018.

Besonders eklatant ist der Ärztemangel in der Region Westfalen-Lippe. Hier kommen im Schnitt 191 Ärzte auf 100.000 Einwohner. Damit liegt die Region auf dem vorletzten Platz bundesweit - nur unterboten von Brandenburg.

Im Kreis Gütersloh (125,3) gibt es die wenigsten Ärzte und Psychotherapeuten mit Kassenzulassung, dicht gefolgt vom Kreis Lippe (132). Im Vergleich dazu ist Bonn (325,6) in NRW am besten aufgestellt, gefolgt von Münster und Köln.

In Herford bundesweit am wenigsten Hausärzte

Besonders Westfalen-Lippe fällt wegen schlechter hausärztlicher Versorgung auf: mit 59,9 Ärzten pro 100.000 Einwohner ist die Region die mit dem größten Hausärztemangel in der gesamten Bundesrepublik.

Am wenigsten Hausärzte gab es 2018 in der Stadt Herford (50,4). Zum Vergleich: Kaufbeuren in Bayern ist mit 95,9 Hausärzten am besten aufgestellt.

Landarztstudienplätze ab dem Wintersemester

Um mehr Ärzte aufs Land zu locken, werden in NRW ab dem Wintersemester 145 ausgewiesene Landarztstudienplätze vergeben. Studierende verpflichten sich, nach ihrem Studium zehn Jahre als Hausarzt in einer unterversorgten Region zu arbeiten. Auf die 145 Plätze haben sich laut Gesundheitsministerium von Ende März bis Ende April 1.312 Studierende beworben.

Wer sich nicht an die zehn Jahre hält, müsse eine Strafe in Höhe von 250.000€ zahlen, so das Landesgesundheitsministerium.

Stand: 03.05.2019, 09:17