"Netzwerk, Erfahrung und Vertrauen": Der Job als Polizei-Pressesprecher

Dietmar Boronowski gibt ein Interview, eine Kamera filmt ihn

"Netzwerk, Erfahrung und Vertrauen": Der Job als Polizei-Pressesprecher

Von Matthias Heise

Dietmar Boronowski war über zwölf Jahre das Gesicht der Polizei im Märkischen Kreis: Ende August 2021 hört er als Polizei-Pressesprecher auf.

Seit 2009 war er für die Pressestelle verantwortlich. Für ihn war es ein Traumjob. Wir haben Dietmar Boronowski zum Interview getroffen.

WDR: Herr Boronowski, welche Einsätze sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Dietmar Boronowski: "Meine ersten beiden Einsätze mit dem Schützenunglück in Menden und dem zwei Tage später explodierten WEKA-Werk in Iserlohn. Zudem mein Auftritt bei einer Amoklage in Menden, bei der man mir vor Ort nicht glaubte, sondern den Facebook-Eintragungen."

WDR: Wie viel nimmt man davon emotional mit nach Hause?

Die Unfallstelle beim Schützenfestunglück 2009 in Menden

Einer seiner ersten Einsätze: das Schützenunglück 2009 in Menden

Boronowski: "Von den Einsätzen des Pressesprechers eher weniger, da man emotional nicht der Erste ist, der zum Beispiel Verletzte oder Tote bergen muss oder die Angehörigen benachrichtigt."

WDR: Wie wichtig ist Pressearbeit für die Polizei?

Boronowski: "Unverzichtbar. Pressearbeit hat einen sehr hohen Stellenwert mit der Priorität 1."

Dietmar Boronowski ist Erster Polizeihauptkommissar im Märkischen Kreis. Mehr als zwölf Jahre lang hatte er die Leitung der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Polizei inne. Zum 1. September 2021 übernimmt er die Leitung des Führungs- und Lagedienstes der Kreispolizei, zu dem auch die Einsatzleitstelle gehört.

WDR: Was macht einen guten Pressesprecher der Polizei aus?

Boronowski: "Ich glaube, die Mischung aus einem gutem Netzwerk, Erfahrung als Polizist und jahrelangem Vertrauen in die Gesprächspartner - wie Journalisten. Zudem brauchst du Prokura."

WDR: Die Pressestelle der Polizei twittert, hat einen Facebook-Account. Wie wichtig sind die sozialen Netzwerke für Ihre Arbeit?

Boronowski: "Nicht mehr wegzudenken im Jahre 2021."

WDR: Inwiefern hat sich die Arbeit für Sie im Laufe der Jahre verändert?

Flammen und Rauchwolken aus einem Gebäude

Der WEKA-Brand hielt Iserlohn in Atem - und auch Dietmar Boronowski

Boronowski: "Sie ist 'schnelllebiger' geworden. Print ist rückläufig, Social Media bedarf einer 24/7-Betreuung. Online-Portale wollen Informationen jetzt - und nicht später."

WDR: Sie hören als Pressesprecher auf, aber nicht als Polizist. Inwieweit gehen Sie mit einem weinenden Auge?

Boronowski: "Ich habe zwölfeinhalb Jahre einen Traumberuf mit engem Kontakt zum Einsatzgeschehen und einem tollem Team gehabt. Da geht man mit Wehmut."

Das Interview führte Matthias Heise.

Stand: 31.08.2021, 17:54