Große Abschiebung von Tamilen aus Büren empört Flüchtlingsrat

Protest gegen Abschiebung am Flughafen Düsseldorf

Große Abschiebung von Tamilen aus Büren empört Flüchtlingsrat

Von Uwe Pollmann, Christina Joswig

Aus der Abschiebehaftanstalt in Büren sind 24 Tamilen zum Düsseldorfer Flughafen und anschließend mit dem Flugzeug nach Sri Lanka gebracht worden. Der Flüchtlingsrat NRW protestierte gegen die Sammelabschiebung.

Die Betroffenen wohnen und arbeiten in ganz NRW verteilt, und das teilweise schon seit zehn Jahren. Nun sind sie von Büren im Kreis Paderborn in den südasiatischen Inselstaat abgeschoben worden.

Nach Angaben der Bundespolizei startete am Dienstagabend eine Maschine mit 24 Insassen nach Südasien. Rund 50 Menschen hatten sich in der Abflughalle mit Plakaten versammelt und die Aussetzung der Abschiebung gefordert. Bereits am Sonntag hatten fast 200 Menschen vor der Abschiebehaftanstalt in Büren dagegen protestiert.

Flüchtslingsrat kritisiert Abschiebung als unmenschlich

Aus guten Gründen waren Abschiebungen nach Sri Lanka in den letzten Jahren so gut wie ausgesetzt“, sagt Birgit Naujoks, Geschäftsführerin des Flüchtlingsrats NRW. Es sei unmenschlich, die Tamilen dorthin zu bringen. Insbesondere Menschen tamilischen Ursprungs würden in Sri Lanka Menschenrechtsverletzungen drohen. Das bestätigt auch die UN-Menschenrechtskommission in einem aktuellen Bericht.

2009 war der Bürgerkrieg zwischen der Regierung und aufständischen Tamilen zu Ende gegangen. Laut dem Bericht wurden zahlreiche Kriegsverbrechen seitens der Regierung begangen, auch an der Zivilbevölkerung. Diese seien aber bisher nicht aufgearbeitet worden.

Krefelder Pfarrer schreibt Brief an Seehofer

Auch Pfarrer Albert Koolen aus Krefeld spricht sich gegen die Abschiebung aus. Mit einem offenen Brief hatte er sich vergangene Woche an Bundesinnenminister Horst Seehofer gewandt und bat um den Stopp des Fluges. Es handele sich um ein "fatales Signal". Den Betroffenen könnten Gefängnis und Folter drohen.

Das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes wollte sich auf Anfrage des WDR nicht zu der Abschiebung äußern. Informationen im Vorfeld an Betroffene oder Dritte weiterzugeben sei nicht erlaubt.

Stand: 30.03.2021, 18:41