Abschiebe-Haftanstalt Büren: Keine Suizidgefahr?

Archiv:  Hafthäuser 2 und 3 der Justizvollzugsanstalt Büren.

Abschiebe-Haftanstalt Büren: Keine Suizidgefahr?

  • Selbstmörder litt unter psychischer Krankheit
  • Landesregierung: "keine Selbstmordgefahr"
  • Grüne kritisieren mangelhafte Betreuung

Der Selbstmord eines Georgiers in der Abschiebe-Haftanstalt Büren im Kreis Paderborn hatte gestern (06.06.2018) ein Nachspiel im Düsseldorfer Landtag.

Laut Staatssekretär Andreas Bothe habe der Mann zwar unter einem "psychischen Krankheitsbild" gelitten, das durch Gutachten belegt war und weswegen er Medikamente habe einnehmen müssen. Allerdings: Selbstmordgefahr habe nicht bestanden. Das habe eine Untersuchung zuvor abgeklärt.

Grüne: Suizid wäre möglicherweise zu verhindern gewesen

Grundsätzliche Kritik kam von der Opposition: Menschen, die ein psychisches Krankheitsbild vorwiesen, gehörten nicht in eine solche Einrichtung, stellte Grünen-Sprecherin Berivan Aymaz klar: "Sie gehören in die Obhut einer professionellen Betreuung, wo sie auch professionelle Hilfe bekommen können. Und vielleicht wäre dann so einen Vorfall zu verhindern gewesen"!

Kritik des Hilfsvereins für Abschiebehäftlinge

Der Hilfsverein für die Abschiebehäftlinge aus Büren zeigte sich wenig überrascht über den Selbstmord. Er kritisiert, dass das Personal seit der Erweiterung des Gefängnisses vollkommen überlastet sei. Die psychologische Betreuung müsse dringend ausgebaut werden, stattdessen aber würden die Häftlinge länger in ihren Zellen eingeschlossen.

Mahnwache am Freitag

Der 41-jährige Mann aus Georgien hat sich am Montag (04.06.2018) in der Abschiebe-Haftanstalt Büren das Leben genommen. Die Umstände des Todes sind noch unklar. Der Hilfsverein ruft zu einer Mahnwache am Freitagabend (08.06.2018) auf.

Stand: 07.06.2018, 10:15