Siebenjähriger überlebt Misshandlungen durch den IS

Abdullah auf dem Schoß seiner Großmutter

Siebenjähriger überlebt Misshandlungen durch den IS

Abdullah aus Syrien wurde als Baby von der Terrorgruppe IS schwer misshandelt. Mit seiner Oma ist er jetzt in einer Flüchtlingsunterkunft in Vlotho, aber seine Pflege ist dort schwierig.

Der siebenjährige Abdullah kann nicht sprechen, nicht laufen und ist geistig behindert. Seine Eltern wurden vom IS getötet, seitdem kümmert sich seine Oma um den Jungen. Als er drei Monate alt war, begann ihre Flucht. Anfang des Jahres kamen die beiden nach Vlotho, leben dort in einer Flüchtlingsunterkunft, wo Menschen es gut mit ihnen meinen – aber die Bedingungen sind nicht einfach.

Optimale Pflege ist nicht möglich

"Eine optimale Pflege ist in der Unterkunft nicht möglich“, erklärt Nicole Bruns vom HPG-Pflegedienst. Die Pflegekräfte kümmern sich so gut es geht um den Jungen, auch die Oma und eine Tante helfen mit, aber vieles bleibe ein Behelf. Die Dusche ist beispielsweise zu eng, um mit einem Patientenlifter hereinzukommen.

Babys mussten schlimmste Gräueltaten erleiden

Abdullah wurde 2014 mitten in den Kriegswirren in seiner Heimatstadt Rakka in Syrien geboren, als gesundes Kind. Seine Oma erzählt, dass der IS nach der Geburt des Jungen das Krankenhaus in Rakka erobert und sich auf schlimmste Weise an den Kindern gerächt habe. Die Terroristen hätten die Temperatur der Brutkästen hochgedreht, hätten Köpfe verletzt und Babys getreten.

Asylverfahren der Familie läuft noch

Das Schicksal des Jungen und seiner Oma bewegt die Stadt Vlotho. Das Asylverfahren der Familie läuft noch, die Stadt sei für alles zuständig. Eine Krankenversicherung habe Abdullah noch nicht. "Das geht zu Lasten des städtischen Haushaltes“, erklärt Bürgermeister Rocco Wilken. "Das machen wir aber gern, weil hier einem Menschen geholfen wird und das ist einfach wichtig.“

Barrierefreie Wohnung für Familie gesucht

Wichtig für die Familie wäre vor allem eine barrierefreie Wohnung, die Stadt Vlotho würde die Miete zahlen. Bürgermeister Wilken: "Wir würden uns sehr freuen, wenn hier jemand auf uns zukommt, und sagt, ich hab da eine Wohnung. Da kann sicher das eine oder andere auf dem kleinen Wege erledigt werden, dass es barrierefreier wird. Ansonsten sind wir natürlich froh über jedes Angebot.

Stand: 23.09.2021, 13:34