Mit dem Aal-Taxi Richtung Nordsee

Fischer auf der Weser

Mit dem Aal-Taxi Richtung Nordsee

  • Aalbestand in der Weser stark geschrumpft
  • Zu viele Hindernisse auf dem Weg ins Meer
  • Fischer bringen Tiere in die Nordsee

Normalerweise fangen Fischer an der Weser Aale, um sie zu verkaufen. Dieses Jahr ist das anders. Erstmals wird der überwiegende Teil des Fangs in Transportboxen gepackt, aus Minden-Lübbecke mit einem Lkw - dem "Aal-Taxi" - an die Nordsee gefahren und dort wieder ausgesetzt.

Aale laichen im Golf von Mexiko

Der Grund: Zum Laichen machen sich die Aale aus Ostwestfalen auf den langen Weg in den Golf von Mexiko. Doch noch im Bereich der Weser geraten viele dabei in die Turbinen der Wasserkraftwerke und verletzen sich tödlich.

Zwar stellen die Betreiber der Kraftwerke während der Aalwanderung die Turbinen durchlässiger ein. Das helfe aber nur wenig, sagte die Fischereigenossenschaft am Mittwoch (12.12.2018).

Gemeinsam mit den Fischern will man daher möglichst viele Aale per "Aal-Taxi" über die riskanten Passagen hinweg retten - mit finanzieller Hilfe des Landes Niedersachsen.

Aalbestand gefährdet

Der Bestand der Aale ist in den vergangenen Jahren stark geschrumpft. Nach Angaben des niedersächsischen Amts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit wurden 1970 noch 20.000 Tonnen Aal gefangen, im Jahr 2001 waren es nur noch 1.700 Tonnen.

Bereits seit 2007 gilt der Europäische Aal nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen als schutzbedürftige Art. Das "Aal-Taxi" soll dazu beitragen, dass sich die schrumpfenden Bestände dieser Fische langsam erholen können.

Aaltaxi steht still Lokalzeit OWL 14.11.2018 03:15 Min. Verfügbar bis 14.11.2019 WDR Von Andrea Marten

Stand: 12.12.2018, 18:30