Finanzielle Hilfen schwierig

02:21 Min. Verfügbar bis 31.01.2023

Sperrung der A45: Ringen um finanzielle Hilfen für Betroffene

Stand: 31.01.2022, 17:25 Uhr

Bund, Land und Kommunen wollen intensiv zusammenarbeiten, um die Situation nach der Sperrung der A45 zu entschärfen. Dazu gab es jetzt erneut ein digitales Spitzengespräch.

NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart sagte besonders betroffenen Unternehmen Unterstützung zu. Das Land werde "immer eine Lösung finden", um deren Überleben zu sichern. Allerdings ergänzte der FDP-Minister, dass es für einen Hilfsfond für Lüdenscheid eigentlich keine rechtliche Grundlage gäbe.

Der Landrat des Märkischen Kreises, Marco Voge, und Lüdenscheids Bürgermeister Sebastian Wagemeyer hatten bei dem Treffen schnelle finanzielle Hilfen angemahnt. Gäbe es sie nicht, wäre das "der Sargnagel für unsere Region" sagte der Landrat.

Hilfe bei Lärmschutz versprochen

Bürgermeister Wagemeyer erzählte von den Menschen, die in seine Sprechstunden kommen. "Die sind nach acht Wochen am Limit, weil sie in den Umleitungsstraßen leben und seit acht Wochen kaum noch schlafen." Oder von den Inhabern kleiner Betriebe, die 90% ihrer Umsätze verloren hätten, und vor den Scherben ihrer Existenz stünden.

Zukunft der Rahmedetal-Brücke

WDR 5 Westblick - aktuell 31.01.2022 04:46 Min. Verfügbar bis 31.01.2023 WDR 5


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Zumindest was den Lärmschutz betrifft, haben Bund und Land Hilfe zugesagt. Der Bund prüfe derzeit, wie er Gelder locker machen kann - auch wenn die Straßen selbst der Stadt oder dem Land gehören.  

Gespräch mit Experten aus Genua

Sebastian Wagemeyer und Elfriede Sauerwein-Braksiek

Bürgermeister Wagemeyer und Autobahnchefin Sauerwein-Braksiek

Eine große Rolle bei dem Spitzengespräch spielte die Frage, wie die die neue Brücke schnell gebaut werden kann. Die Chefin der Autobahn Westfalen, Elfriede Sauerwein-Braksiek, sagte, sie hoffe, dass man von einer neuerlichen Umweltverträglichkeitsprüfung befreit werde. Eine Lösung für die Umsiedlung von Fledermäusen und Wanderfalken, die unter der Brücke nisten, sei gefunden.

Am Freitag konferieren Vertreter der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer und des NRW-Verkehrsministeriums mit Brückenbauexperten aus Genua. Dort war eine Brücke in nur zwei Jahren neu gebaut worden. Allerdings unter anderen rechtlichen Rahmenbedingungen, bremste Sauerwein-Braksiek zu große Erwartungen: "Aber vielleicht werden wir auch etwas lernen."

Wirtschaft fordert konkrete Hilfen

Die Südwestfälische Industrie- und Handelskammer zu Hagen kritisierte nach dem Gespräch die Position der Bundesregierung, die durch einen Ministerialdirektor bei dem Treffen vertreten war. Er haben das Gefühl, dass die Bundesregierung die Ernsthaftigkeit noch nicht erkannt habe, sagte SIHK-Hauptgeschäftsführer Ralf Geruschkat, dem WDR: "Wir fordern jetzt konkrete Hilfestellungen."

Über das Thema berichten wir heute Abend in der Lokalzeit Südwestfalen im WDR Fernsehen ab 19:30 Uhr.