Flüchtling soll hier bleiben

03:21 Min. Verfügbar bis 24.01.2023

Dorfverein Aue-Wingeshausen: Flüchtling soll bleiben

Stand: 24.01.2022, 06:49 Uhr

Ein Dorfverein kämpft für einen jungen Mann und dessen Familie, die vor drei Jahren als Flüchtlinge gekommen sind.

Die Angst ist sein ständiger Begleiter. Elvin Muradi soll abgeschoben werden. Seit drei Jahren lebt er mit seiner Frau und den drei Kindern in Aue, einem kleinen Dorf bei Bad Berleburg.

Elvin will Krankenpfleger werden

Elvin Muradi schaut besorgt

Soll abgeschoben werden: Elvin Muradi

Der 30-Jährige kommt aus Aserbaidschan. Dort war er, wie er sagt, mit einem Arbeitsverbot belegt worden. Darum ist er geflohen. Nach einem Praktikum hat er hier eine Ausbildungsstelle zum Krankenpfleger bekommen. Aber die darf er nicht antreten. Denn sein Asylantrag wurde abgelehnt.

Bündnis gegen Abschiebung gegründet

Um eine Abschiebung zu verhindern, hat sich in Siegen- Wittgenstein ein Bündnis aus verschiedenen Organisationen zusammen geschlossen. Auch Helmut Keßler vom Dorfverein Aue-Wingeshausen kämpft für Elvin Muradi: „Es steht sogar im Koalitionsvertrag, dass Flüchtlinge, die sich engagieren, besonders gefördert und in die Berufswelt integriert werden sollen."

Pass zu bekommen sei Selbstmord

Helmut Keßler will erreichen, dass Elvin Muradi zumindest eine sogenannte Ausbildungsduldung bekommt. Dafür muss Elvin Muradi allerdings einen aserbaidschanischen Pass beantragen. Für Helmut Kessler wäre das ein Selbstmordkommando. Denn den Pass bekommt der junge Familienvater erst, wenn er den Militärdienst in Aserbaidschan geleistet hat. Und dort herrscht Krieg.