Neun Mikroschweine in Haltern gefunden

Lokalzeit Münsterland 25.01.2022 01:41 Min. Verfügbar bis 25.01.2023 WDR Von Markus Holtrichter

Microschweine in Haltern ausgesetzt

Stand: 25.01.2022, 20:00 Uhr

Am Wochenende sind neun Microschweine durch einen Wald bei Haltern geirrt. Vermutlich wurden sie ausgesetzt. Am Dienstag ist es gelungen, das letzte Schweinchen einzufangen.

Spaziergänger, die in dem Wald in Haltern unterwegs waren, hatten am Freitag "bunte Schweine" gesehen und den Jagdaufseher informiert. Dieser stellte Lebendfallen auf - gefüllt mit Möhren, Zuckerrüben, Kartoffeln und Mais.

Ein Mann hält eine Schubkarre mit einem Käfig in dem sich ein Microschwein befindet.

Das letzte Schweinchen hat Oestrich auch noch eingefangen

Die ersten hungrigen Tiere waren schnell in der Falle, aber eins wollte einfach nicht, erzählt Revierleiter Ludger Oestrich. Auf allen Vieren sei er hinter dem Tier her, aber nichts zu machen: "Selbst Hechtsprünge nach Torwartmanier brachten keinen Erfolg. Es war schon eine spektakuläre Geschichte." Mit viel Geduld konnte das schlaue Schweinchen schließlich doch noch eingefangen werden.

Alle Schweine wohlauf

Der hinzugerufene Veterinär stellte fest, dass es sich um Microschweine handelt, die gern als Haustiere gehalten werden. Alle sind dem ersten Anschein nach mopsfidel. Das jüngste Tier ist schätzungsweise gerade mal vier Monate, das älteste ein Jahr alt.

Ein älterer Mann mit Kappe und Brille steht vor einem Stall und lächelt in die Kamera

Oestrich hat bei der Polizei Anzeige erstattet

Revierleiter Oestrich vermutet, dass die Schweine ausgesetzt wurden. Er hat Anzeige erstattet. Im Wald hätten die Schweine ohne menschliche Hilfe wohl kaum überlebt.

Neues Zuhause in Marl

Oestrich hat die Tiere zu seiner Schwester nach Marl gebracht. Diese betreibt dort den Hof Feuler, eine Einrichtung, in der Menschen mit Behinderungen betreut werden.

Vier Mini-Schweine im Stall im Stroh beim Fressen

Die Schweine konnten erst mal in einen alten Schuppen ziehen

"Meine Schwester hat spontan gesagt, diesen kleinen Schweinchen gebe ich ein neues Zuhause", erzählt Oestrich. Und für die Menschen, die auf dem Hof therapiert werden, seien die Tiere sicher auch eine willkommene Abwechslung.

Und die Schweine? Die fühlen sich schon sichtlich wohl in ihrem neuen Zuhause, haben sich erst mal ordentlich die Bäuche vollgeschlagen und erholen sich nun im warmen Stroh von den Strapazen ihres unfreiwilligen Ausflugs.