Landwirte klagen: in Südwestfalen wird das Heu knapp

Landwirte klagen: in Südwestfalen wird das Heu knapp

Von Claudia Roelvinck

  • Heu-Preis hat sich verdoppelt
  • Grund: Trockenheit im vergangenen Jahr
  • Landwirt lässt mehr Kühe schlachten

Es ist ruhiger geworden in den Ställen. Normalerweise leben auf dem Biolandbetrieb von Ulrich Theymann in Iserlohn-Hennen 45 Mutterkühe. Jetzt sind es aber nur noch 35. Die übrigen hat er schlachten lassen, um Futter zu sparen.

"Das ist für uns vom Betrieb her zwar nicht erfreulich, aber das war einfach die einzige Möglichkeit", sagt Ulrich Theymann. Zum ersten Mal in 30 Jahren konnte er nicht genügend Futter für den Wintervorrat ernten. Durch die Trockenheit im vergangenen Jahr ist das Gras schlecht gewachsen oder gleich ganz vertrocknet.

Preise für Heu und Stroh stark gestiegen

Fünf Kühe stecken die Köpfe durch ein Gitter, um Heu zu fressen.

Auf dem Biohof leben nur noch 35 Mutterkühe statt wie üblich 45.

Die Preise sind in die Höhe geschossen. Eine Tonne Heu kostet aktuell 170 Euro – doppelt so viel wie vor einem Jahr. Auch der Preis für Stroh ist erheblich gestiegen. Dazu kommen die Transportkosten aus anderen Regionen Deutschlands.

Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband hat die Situation vorausgesehen und eine regionale Futtermittelbörse eingerichtet. Zwanzig Mitgliedsbetriebe suchen dringend Heu oder Stroh, aber es gibt nur wenige Angebote.

Folgen für Verbraucher in den kommenden Jahren

"Die große Sorge ist einfach, dass wir dieses Frühjahr eine ähnliche Trockenheit bekommen, und dann wird‘s extrem", fürchtet Ulrich Theymann. Eine andere Sorge: Falls der Winter lang wird, wächst das Gras zu spät und selbst die zugekauften Vorräte reichen nicht.

Verbraucher werden die Futterknappheit mit Verzögerung merken. Weniger Mutterkühe bedeuten auch weniger Kälbchen. Ulrich Theymann geht davon aus, dass die Preise für Rindfleisch in einem oder zwei Jahren deutlich steigen.

Stand: 30.01.2019, 15:58