Debatte um Grundstücksverkäufe im Hafen von Münster

Pinke Blumen stehen an einem Kanal an einem Hafen

Debatte um Grundstücksverkäufe im Hafen von Münster

Von Petra Brönstrup

  • Letzte Grundstücke werden verkauft
  • Mehr Transparenz gefordert
  • Millionen-Erlöse durch bereits verkaufte Grundstücke

Das Grundstück mit dem ehemaligen Gefahrgutlager auf der Hafen-Südseite ist eines der letzten verkäuflichen Grundstücke im Hafen von Münster. Fast alle übrigen haben die Stadtwerke Münster als Eigentümer bereits verkauft und damit mehrere Millionen Euro eingenommen.

Grundstücksverkäufe werden nicht öffentlich gemacht

Käufer des Grundstücks jetzt ist nach WDR-Informationen die Kauf-Interessengemeinschaft von Fiege Logistik Stiftung und Ärzteversorgung Westfalen-Lippe. Eine offizielle Bestätigung gibt es dafür nicht. Auf Nachfrage teilten Stadtwerke und Stadt mit, dass Grundstücksverkäufe stets streng nicht-öffentlich seien. Auch die Kauf-Interessengemeinschaft hält sich bedeckt. Zur Begründung heißt es, "dass sich die Ärzteversorgung Westfalen-Lippe zu möglicherweise geplanten Investitionsvorhaben aus grundsätzlichen Erwägungen heraus nicht äußern möchte."

Bürgerinitiative wünscht sich mehr Transparenz

Ein Bagger stecht auf einem Haufen aus Schutt im Hintergrund stehen einige große Gebäude

Fast alle Grundstücke im Hafen von Münster sind bereits verkauft

Rainer Bode von der Bürgerinitiative "Zukunft Hafen" hat für diese Geheimhaltung bei Grundstücksverkäufen wenig Verständnis. "Das erweckt Misstrauen und viele Fragen, die nicht beantwortet werden." Bode fordert mehr Öffentlichkeit. "Man sollte das öffentlich und transparent machen. Dann kann man nachvollziehen, warum der Investor hier hinkommt und der nicht."

Verzicht auf Ausschreibung der Grundstücke

Bereits vor zehn Jahren haben die Stadt und die Stadtwerke Münster verabredet, dass die Stadtwerke-eigenen Grundstücke im Hafen grundsätzlich nicht europaweit ausgeschrieben werden, sondern direkt an Kaufinteressenten verkauft werden. "Wir wollen einen vitalen Hafen für alle, mit Büros, Gastronomie, Kultur, Kunst und Sport. Und das bekommt man nicht hin, wenn man darauf setzt, dass nur die Investoren kommen können, die eine schöne Adresse wollen und sich das leisten können", sagt CDU-Fraktionschef Stefan Weber.

Allerdings: Nach welchen Kriterien die Investoren ausgesucht werden und was die Käufer zu zahlen haben, bleibt geheim. Das ist legal, schürt aber Misstrauen. "Es entsteht leider immer wieder der Eindruck, dass hier vor allem einige wenige stadtbekannte Investoren bedient werden", sagt Bode von der Bürgerinitiative. CDU-Chef Weber weist diesen Vorwurf entschieden zurück.

Stand: 12.07.2018, 20:00