Geflügelpest: Landwirte bangen um ihre Existenz

Landwirt Christoph Gieseker auf seinem Geflügelhof

Geflügelpest: Landwirte bangen um ihre Existenz

Die Schutzmaßnahmen gegen die Geflügelpest bringen Landwirte in den Kreisen Gütersloh und Paderborn in Schwierigkeiten. Sie fürchten, im schlimmsten Fall sogar gesunde Tiere töten zu müssen.

Wegen der Geflügelpest in der Region bangen einige Landwirte um das Leben ihrer Tiere. Auch auf Höfen, die nicht direkt betroffen sind, führen angeordnete Schutzmaßnahmen zu Problemen. Christoph Giesekers Geflügelhof in Rietberg liegt im Beobachtungsgebiet. Der Landwirt handelt mit speziellen Geflügelsorten und verkauft seine Tiere normalerweise an Händler in ganz Deutschland.

Großer finanzieller Schaden

Wegen der Geflügelpest darf er im Moment keine Tiere verkaufen. Das bedeutet erhebliche finanzielle Verluste. "Wir müssen ja unsere Tiere weiter versorgen, die Tiere werden aber nicht mehr wert, sondern eher weniger." Eine Junghenne verkauft er normalerweise nach etwa 20 Wochen. Für ältere Hennen sind seine Ställe nicht ausgelegt. Es ist nicht genug Platz da und sie können dort auch nicht brüten.

Zu wenig Platz ist eine Gefahr für die Tiere

Gänse auf dem Hof Gieseker in Rietberg

Gänse auf dem Hof Gieseker in Rietberg

"Die Hühner würden sich im schlimmsten Fall gegenseitig platt treten", erklärt auch Tierarzt Dr. Manfred Pöppel aus Delbrück, der viele der betroffenen Höfe betreut. Bevor das passiert, würde man sie aus Tierschutzgründen töten müssen. Im Moment versucht Landwirt Gieseker, das Wachstum der Hennen zu verlangsamen, indem er zum Beispiel das Licht im Stall dunkler einstellt. Er ist aber schon an dem Punkt, dass er Bruteier wegschmeißen muss, weil er keinen Platz für die ausgebrüteten Tiere hätte.

Sperrbezirk bis mindestens Mitte Mai

Je länger dieser Zustand andauert, "desto länger werden die Tiere einem größeren Stress ausgesetzt, bis dahin, dass sicherlich auch Tiere würden sterben müssen," sagt Gieseker. Hubertus Beringmeier, Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes, bleibt optimistisch: „Wir hoffen, dass sich das Thema erledigt, wenn es wärmer wird.“ Deshalb hofft er darauf, dass kein weiterer Fall der Geflügelpest auftritt und der Sperrbezirk Mitte Mai aufgehoben werden kann.

Verdacht auf Geflügelpest in Ostwestfalen-Lippe Lokalzeit Münsterland 03.03.2021 00:47 Min. Verfügbar bis 03.03.2022 WDR Von Arndt Mölller

Stand: 21.04.2021, 06:24