Museum "Forum der Völker" in Werl gerettet

Afrika Forum

Museum "Forum der Völker" in Werl gerettet

Von Heinrich Buttermann

  • Das "Forum der Völker" in Werl ist gerettet
  • Private Gruppe aus Industrie und Gewerbe springt ein
  • Ideen- und Architekturwettbewerb geplant
  • 14.000 Ausstellungsstücke mit unschätzbarem Wert

Das "Forum der Völker" ist gerettet. Am Donnerstag (07.03.2019) hat sich eine Gruppe unter anderem aus Industrie und Gewerbe bei einem Pressegespräch vorgestellt. Sie will das Museum vom Franziskanerorden übernehmen.

Man habe zugesagt, dass die Sammlungen nicht auseinandergerissen und langfristig öffentlich zugänglich bleibt, hieß es dazu. Pater Reinhard Kellerhoff zeigte sich erleichtert.

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Mehr als drei Jahre hatte er über verschiedene Rettungsmöglichkeiten für eines der größten Völkerkundemuseen in Deutschland verhandelt. "Ich bin dankbar und froh," sagt der 84jährige.

"Es gab Pläne, all die wertvollen Sachen in Kisten zu verpacken und dann dauerhaft einzulagern", schüttelt der engagierte Franziskaner-Pater den Kopf über Ideen, die von offizieller Seite kamen: "Jetzt bin ich sehr froh, dass es kluge und engagierte Menschen gibt, die das verhindern wollen."

Der 84 jährige hat das Museum mehrere Jahrzehnte geprägt. Das "Forum der Völker" wurde vier mal erweitert. Wer genau hinschaut, entdeckt Erstaunliches: Alte Münzen, eine mehr als eintausend Jahre alte Buddha-Statue, wertvolle Schreine aus China, ein Holzsteg, der duch einen Slum führt...

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Dazu viele Informationen über den Alltag - und über aktuelle Probleme. Das Verarmen der Bevölkerung in Afrika, das Abholzen des Regenwaldes und die Auswirkungen auf das Klima, die Landflucht: Das alles sind hochaktuelle Themen, auf die der Pater schon lange hinweist.

Trotzdem hatten die Besucherzahlen in den vergangenen Jahren abgenommen. Die Retter des Museums haben große Pläne und denken über eine Erweiterung zu einem internationalen Begegnungszentrum nach.

Firmenamen in der Öffentlichkeit will das Team noch nicht nennen. Man wolle keine kleinen Interessenten durch große Teilnehmer verschrecken. Als nächster Schritt ist ein Ideen- und Architekturwettbewerb geplant.

Oberstes Ziel: Der Erhalt dieses besonderen Völkerkundemuseums, das in Zukunft von deutlich mehr Besuchern wahrgenommen werden soll als in den letzten Jahren.

Stand: 07.03.2019, 14:48