Bertelsmann-Stiftung: Europa befindet sich im "Stresstest"

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Bertelsmann-Stiftung: Europa befindet sich im "Stresstest"

Von Adrian Breda

  • Bertelsmann-Stiftung will EU stärken
  • Europa bringe den Menschen viele Vorteile
  • Neubau in Berlin eröffnet im Herbst

Die Bertelsmann-Stiftung aus Gütersloh sorgt sich um die Zukunft Europas und will daher das Interesse an der EU stärken. Das gab die Stiftung auf ihrer Jahrespressekonferenz am Dienstag (05.03.2019) bekannt. "In Europa befindet sich die Demokratie derzeit im Stresstest", so der Vorstandsvorsitzende Aart de Geus. Studien der Stiftung würden zeigen, dass Standards für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in vielen Ländern abgenommen hätten und es eine stärkere Polarisierung in den Gesellschaften gäbe.

Vorteile von Europa sollen betont werden

Es sei daher wichtig, Bürger und Politiker in Konferenzen zusammenzubringen, sagt Vorstandsmitglied Jörg Dräger. "Europa bringt mehr Sicherheit. Europa bringt Verbindlichkeit. Aber Europa bringt auch ökonomische Gewinne für jeden einzelnen Bürger." So führe die Stiftung eine Untersuchung durch, derzufolge die Menschen in Ostwestfalen mit durchschnittlich 1.000 Euro ihres Einkommens von dem europäischen Wirtschaftsraum profitierten.

Neues Gebäude am Auswärtigen Amt in Berlin

Jörg Dräger, Vorstandsmitglied der Bertelsmann-Stiftung

Jörg Dräger, Vorstandsmitglied der Bertelsmann-Stiftung

Die Stiftung errichtet derzeit einen Neubau in Berlin, der im Herbst eröffnet wird. Die Stiftung erhofft sich "mit anderen, die in Berlin tätig sind, über Ergebnisse zu diskutieren und zu versuchen, für die Gesellschaft bessere Lösungen zu finden", sagt Stiftungsvorstand Jörg Dräger. Das Gebäude direkt beim Auswärtigen Amt könnte den Vorwürfen neue Nahrung geben, die Stiftung und der Bertelsmann-Konzern hätten zu viel politischen Einfluss. Immerhin: die Gelder der Stiftung stammen aus den Gewinnen des Medienkonzerns.

Kritiker werfen der Stiftung vor, sie beeinflusse zu stark die Politik und die Studien seien nicht transparent. Doch Dräger weist das zurück: "Wir arbeiten ja mit anerkannten Wissenschaftlern zusammen, gerade bei unseren Studien und wir machen sie in der Regel nicht selber, sondern gemeinsam mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen."

Stand: 05.03.2019, 16:13