Lügde-Ausschuss: Jugendamts-Mitarbeiterinnen schweigen

Polizeiwagen vor dem abgesperrten Campingplatz in Lügde.

Lügde-Ausschuss: Jugendamts-Mitarbeiterinnen schweigen

Vor dem Untersuchungsausschuss zum sexuellen Kindesmissbrauch in Lügde haben zwei Mitarbeiterinnen des Kreis-Jugendamtes Hameln-Pyrmont erneut Antworten verweigert.

Die beiden Zeuginnen waren 2016 im Jugendamt des niedersächsischen Kreises Hameln-Pyrmont beschäftigt. Schon damals gab es Hinweise auf eine Kindeswohlgefährdung. Mehrfach war der Verdacht gemeldet worden, dass das Pflegemädchen auf dem Campingplatz möglicherweise sexuell missbraucht werde.

Zeuginnen wollen sich nicht selbst belasten

Auf die Fragen, wie mit diesen Hinweisen umgegangen wurde, verweigerten beide Zeuginnen so gut wie alle Antworten. Sie begründeten das mit dem Risiko, sich so selbst belasten zu können.

Keine Antworten: Abgeordnete sind genervt

Die Abgeordneten reagierten deutlich genervt. Als sie gefragt wurde, ob sie keine Motivation hätte, zur Aufklärung im Fall Lügde beizutragen, schüttelte eine Mitarbeiterin mit dem Kopf.

Der vom nordrhein-westfälischen Landtag eingesetzte Ausschuss versucht aufzuklären, welche Behördenfehler zu hundertfacher sexueller Gewalt an Kindern auf dem Campingplatz in Lügde führen konnten.

Die Versäumnisse des Jugendamts im Fall Lügde

WDR 5 Westblick - aktuell 03.02.2021 05:30 Min. Verfügbar bis 03.02.2022 WDR 5


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Rolle des Jugendamtes Hameln-Pyrmont

Das Kreis-Jugendamt Hameln-Pyrmont hatte die Pflegschaft für ein Mädchen einem Mann übertragen, der auf dem Campingplatz in Lügde lebte und später als einer der Haupttäter im Fall des massenhaften Kindesmissbrauchs von Lügde zu 13 Jahren Haft mit anschließender Sicherheitsverfahrung verurteilt wurde.

Stand: 01.03.2021, 20:54