Bielefeld: Vor 95 Jahren ging der Bergbau zuende

Warnschilder weisen auf alte Stollen der Bielefelder Zeche hin

Bielefeld: Vor 95 Jahren ging der Bergbau zuende

Vor 95 Jahren ging in Bielefeld der jahrhundertelange Steinkohlebergbau zuende. Am 23. Juni 1923 schloss Bielefelds einziges Bergwerk.

Mehr als 400 Jahre lang wurde im Stadtteil Kirchdornberg Steinkohle abgebaut. Drei Flöze liegen dort unmittelbar am Hang des Teutoburger Waldes. Daran erinnert der "Bergmannsweg", ein neuer Wanderweg, der an den Relikten der ehemaligen Schächte und Halden vorbeiführt.

Bielefelder Zeche mit zehn Schächten

Die Kohle wurde zunächst nahe an der Oberfläche für den Eigenbedarf gefördert. Später holte die Zeche "Friedrich Wilhelms Glück" mit mindestens zehn Schächten und kilometerlangen Stollen die Steinkohle aus bis zu 140 Metern Tiefe. Doch nach dem Bau der Köln-Mindener Eisenbahn musste die Kohle aus Bielefeld mit der höherwertigen Ruhrkohle konkurrieren. Der Abbau lohnte sich nicht mehr. Hinzu kamen große Probleme, weil Grubenwasser in die Stollen eindrang. Dadurch musste die Förderung auf der Zeche "Friedrich Wilhelms Glück" des öfteren vorübergehend eingestellt werden.

Zwischen Bielefeld und Ibbenbüren

Eingang zu einem Stollen mit Inschrift "Glück auf!"

Katharinen-Stollen der Steinkohlenzeche "Vereinigte Arminius"

Auch nordwestlich von Bielefeld haben Menschen seit dem Mittelalter auf der Ostseite des Teutoburger Waldes intensiv Bergbau betrieben. Sie gruben nach Kohle und Eisenerz. In einer Dokumentation listete der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) etliche Bergwerksanlagen bei Halle und Borgholzhausen auf. Allerdings hätten sich die Vorkommen schnell erschöpft oder die Kohle war qualitativ zu geringwertig, als dass der Abbau überregional von Bedeutung sein konnte. Das Foto zeigt den noch erhaltenen Eingang zu einem Stollen der Zeche "Vereinigte Arminius", die in den 1920er-Jahren im westfälischen Halle betrieben wurde.

Kurzes Comeback nach Erstem Weltkrieg

Ein kurzes Wiederaufleben der Förderung in Bielefeld gab es 1919. Nach Ende des Ersten Weltkriegs war Kohle in Deutschland knapp geworden. Allerdings waren die Flöze in Kirchdornberg nicht ergiebig genug; deshalb wurde die Zeche bald endgültig stillgelegt.

Stand: 25.06.2018, 14:14