Bärbel Höhn kritisiert Export von Kohlekraftwerken

Ein Kohlekraftwerk im Hintergrund eines Kohletagebaus im südafrikansichen Middelburg

Bärbel Höhn kritisiert Export von Kohlekraftwerken

  • UN-Klimakonferenz geht in entscheidende Phase
  • Energiebeauftragte Bärbel Höhn kritisiert Industrieländer
  • Staaten wollen Kohlekraftwerke in Afrika bauen

Die UN-Klimakonferenz in Madrid geht ab Montag (09.12.2019) in die entscheidende Phase. Dann verhandeln die Umweltminister der teilnehmenden Staaten darüber, wie die Erderwärmung auf 1,5 Grad begrenzt werden kann - das Ziel des Pariser Klimaabkommens.

Doch schon nach der ersten Woche ist klar: Viele Industriestaaten wollen dafür kein oder nur wenig Geld ausgeben. Und einige von ihnen wollen mit klimaschädlichen Technologien Geld verdienen - indem sie sie exportieren.

Bärbel Höhn, Energiebeauftragte des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in Afrika

Grüne Energie-Expertin Bärbel Höhn

"Wir haben Länder wie China, Japan, aber auch andere, die systematisch afrikanischen Staaten Kohlekraftwerke anbieten", sagt Bärbel Höhn, Energiebeauftragte des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Afrika im WDR-Interview. Weltweit seien tausend Kohlekraftwerke in Planung oder im Bau. Das sei ein Riesenproblem, da dadurch viele der Klimaziele nicht erreicht werden könnten.

Klimawandel vor allem in Entwicklungsländern spürbar

Gleichzeitig täten viele Industrieländer sehr wenig, um ihren CO2-Ausstoß zu verringern. "Letztes Jahr hatten wir die höchsten klimaschädlichen Emissionen, die wir je hatten", so Höhn. "Und dieses Jahr wird das noch einmal gesteigert werden."

Das Problem daran sei, dass vor allem die Entwicklungsländer, die selbst nur wenig klimaschädliche Emissionen produzierten, die Folgen des Klimawandels viel stärker zu spüren bekämen, als die Industrie- und Schwellenländer, die dafür verantwortlich seien.

BMZ will Menschen in Afrika eine Perspektive bieten

Mit ihrer Arbeit unterstützt Höhn die Menschen im Süden Afrikas dabei, einen Zugang zu Strom in Form von erneuerbaren Energien zu bekommen. "Damit wollen wir ihnen eine bessere Perspektive geben", sagt Höhn. "Ansonsten müssen wir uns nicht wundern, wenn diese Leute sich auf den Weg nach Europa machen."

Dafür hat das BMZ vor gut einem Jahr die Allianz für Entwicklung und Klima ins Leben gerufen. Dort können sich Unternehmen aber auch Privatleute, Verbände und Behörden engagieren, um ihre CO2-Bilanz zu verbessern.

Mit dem Geld, dass durch diesen freiwilligen Emissionshandel generiert wird, unterstützt die Allianz gezielt Projekte in Schwellen- und Entwicklungsländern, die das dort ausgestoßene CO2 ausgleichen.

Stand: 07.12.2019, 17:08

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